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    Gazeta.ru: Erste postsowjetische Wählergeneration wächst heran

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    MOSKAU, 09. Juni (RIA Nowosti). Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen 2007 und 2008 in Russland wird eine neue Generation russischer Wähler zu den Urnen gehen, stellt die Internetzeitung Gazeta.ru fest. Diejenigen, die heute 15 bis 19 Jahre jung sind, werden die erste, wirklich postsowjetische Wählergeneration darstellen.

    Die meisten Politiker wie auch die meisten von denen im heutigen Russland, die sich mit der Produktion und Verbreitung von Informationen beschäftigen, sind Menschen, die sich in dieser oder jener Hinsicht an die Sowjetzeiten erinnern. Sie stehen in unmittelbarer Opposition zur neuen Generation, für die die UdSSR nur aus Geschichte bzw. Erinnerungen älterer Kameraden besteht. Der gesamte ideologische Inhalt eines jeden modernen politischen Projekts hat so oder so einen Bezug zur Sowjetzeit. Gegner des Regimes Wladimir Putins werfen ihm den Versuch vor, die Sowjet-Epoche zu restaurieren, schreibt die Internetzeitung. Viele seiner Anhänger weisen ihn mild darauf hin, die von ihm betriebene Wiederherstellung der Sowjet-Sitten erfolge nicht aktiv genug. In beiden Fällen beruht die Kritik auf persönlichen Gefühlen und Einschätzungen.

    Die neue Wählergeneration hat aber absolut nichts, woran sie sich erinnern könnte. Die wissbegierigsten von ihnen könnten etwas über die Zeiten nachlesen, die erst vor kurzem, aber endgültig vergangen sind. Für eine überwältigende Mehrheit von ihnen ist der Gegenstand selbst uninteressant. Für sie ist das eine Erscheinung aus einer anderen Dimension, die mit der Wirklichkeit und der Zeit, in der sie leben, nichts zu tun hat.

    Stimmen der neuen Wählergeneration wird derjenige bekommen, der mit ihnen in der gleichen Sprache sprechen und zeitgemäße und nicht-gestrige Themen zur Diskussion vorschlagen wird, stellt Gazeta.ru fest. Heute ist es noch schwer zu begreifen, ob das radikale Nationalisten oder genauso radikale westlich orientierte Liberale sein werden, ob die Herolde der neuen Generation treue Anhänger des Kremls oder dessen unversöhnliche Feinde sein werden.

    Offensichtlich ist nur eins: Der Impuls der Jugend wird radikal sein. Und zwar nicht nur, weil für die Jugend Extreme kennzeichnend sind. Mit jedem Jahr wird die verkrustete politische und ideologische Ordnung immer stärker mit den Anforderungen und Wünschen der neuen Generation der russischen Wähler kollidieren. Umso energischer werden sie versuchen, diese zu verändern, heißt es bei Gazeta.ru.

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