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    Oligarch Beresowski: Nemzow will Spaltung zwischen Juschtschenko und Timoschenko

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    KIEW, 9. Juni (RIA Nowosti). Der russische Politiker Boris Nemzow, Berater des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko, versucht, die Beziehungen zwischen dem Staatschef und Ministerpräsidentin Julia Timoschenko zu stören. Das behauptet der in Ungnade gefallene und nach Großbritannien geflohene russische Oligarch Boris Beresowski. „Nemzow ist die fünfte Säule", sagte Beresowski in einem Interview für die Zeitung „Segodnja" nach Angaben der Nachrichtenagentur Nowosti-Ukraina.

    Nemzow hatte Timoschenkos Handlungen als Ministerpräsidentin mehrmals kritisiert. „In nächster Zeit wird Timoschenko die Ukraine zum Untergang bringen", zitierten ukrainische Massenmedien Nemzow Ende Mai.

    Die Oberste Rada (Parlament) der Ukraine bewertete Nemzows Äußerungen an die Adresse der Ministerpräsidentin als eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine und sprach sich am 3. Juni für seine Entlassung als Präsidentenberater aus.

    Am selben Tage teilte Juschtschenkos Sprecherin Irina Geraschtschenko mit, dass der Präsident keine Entlassung Nemzows plane, der Präsidentenberater auf nebenamtlicher Grundlage ist.

    Beresowski sagte ferner in dem Interview für die „Segodnja", er sei bereit, „Milliarden von Dollar in die ukrainische Wirtschaft" zu investieren. „Mit Vergnügen würde ich alles, was ich durch den Verkauf von Eigentumswerten in Russland erwirtschaftet habe, in die Wirtschaft der Ukraine anlegen. Das sind Milliarden Dollar", sagte der Oligarch.

    Zuvor hatte Beresowski mehrmals den Wunsch geäußert, in die Ukraine überzusiedeln und dort einen Fonds zur Förderung ziviler Freiheiten zu eröffnen. „Ich prüfe die Möglichkeit meines baldigen Umzugs in die Ukraine, weil das politische Regime im Lande anders geworden ist", sagte Beresowski am 25. Februar auf einer Pressekonferenz in der lettischen Hauptstadt Riga.

    Im Herbst 2003 war Beresowski in Großbritannien politisches Asyl gewährt worden. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte gegen den Milliardär ein Strafverfahren eingeleitet. Ihm wird unter anderem schwerer Betrug zur Last gelegt.

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