00:18 23 September 2017
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    Das schweizerische Bundesstrafgericht erklärte die Inhaftierung von Jewgeni Adamow für rechtswidrig

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    GENF, 09. Juni /RIA Nowosti/. Das schweizerische Bundesstrafgericht erklärte die Inhaftierung des Ex-Atomministers Russlands Jewgeni Adamow für rechtswidrig und beschloss, ihn aus der Haft zu entlassen, teilte der schweizerische Verteidiger von Adamow Stefan Wehrenberg am Freitag mit.

    Adamow wird aber dennoch in Haft bleiben, weil das schweizerische Bundesamt für Justiz bereits das Bundesstrafgericht ersucht hat, die Freilassung von Adamow aufzuschieben, bis es im Bundesgericht in Lausanne Berufung eingelegt hat.

    Das Bundesamt für Justiz kann nämlich innerhalb von 30 Tagen im Bundesgericht der Schweiz in Lausanne Berufung einlegen. Die Beschlüsse des Letzteren sind endgültig.

    Außerdem wurde am Donnerstag bekannt, dass Adamow in der Schweiz zum zweiten Mal verhaftet worden ist, nun schon auf den Auslieferungsantrag Russlands hin. Somit wird Adamow, ungeachtet des Beschlusses des Gerichts von Bellinzone, im Gefängnis bleiben, aber schon auf den russischen Antrag hin.

    Auf Grund des russischen Antrages auf Auslieferung von Adamow stellte das Bundesamt für Justiz am 7. Juni den Haftbefehl gegen ihn aus.

    Das Bundesstrafgericht in Bellinzone gab der Beschwerde der Verteidiger Adamows vom 17. Mai über das Vorgehen des Bundesjustizamtes der Schweiz, das die Verhaftung des Ex-Ministers in Bern genehmigt hatte, statt.

    Das Gericht in Bellinzone erkannte an, dass Adamows Verhaftung einen Verstoß gegen die Völkerrechtsnormen darstellt, und ordnete an, ihn nicht nur aus der Haft zu entlassen, sondern dem Ex-Minister auch noch die mit diesem Fall zusammenhängenden Kosten zu erstatten.

    Adamow, der im Zeitraum von 1998 bis 2001 das Atomministerium Russlands geleitet hatte, wurde auf Antrag des Justizministeriums der USA am 2. Mai in Bern verhaftet. Jetzt befindet sich der 66jährige Ex-Minister in Bern in Haft.

    Die amerikanischen Behörden beschuldigen Adamow und seinen Geschäftspartner Mark Kaushansky, Bürger der USA, der Aneignung von neun Millionen US-Dollar, die Russland von der US-Regierung für Projekte zur nuklearen Sicherheit bewilligt worden waren.

    In den USA drohen Adamow 60 Jahre Gefängnishaft und eine Geldstrafe in Höhe von 1,75 Millionen US-Dollar.