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    Adamow bleibt vorerst im Gefängnis

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    GENF, 10. Juni (RIA Nowosti). Der ehemalige russische Atomminister, Jewgeni Adamow, bleibt solange im Gefängnis, bis das Schweizer Bundesgericht den Antrag des Bundesamtes für Justiz auf Aussetzung der Haftentlassung behandelt hat, gab der Chef der Justizpressestelle, Falco Galli, am Freitag bekannt.

    „Momentan ist eines klar. Adamow bleibt solange im Gefängnis, bis das Bundesgericht auf unseren Antrag hin über die Aussetzung der Haftentlassung entschieden hat", sagte Galli.

    Gestern hatte das Bundesstrafgericht in der Schweizer Stadt Bellinzone die Verhaftung Adamows für rechtswidrig erklärt und seine Freilassung angeordnet.

    Das Bundesamt für Justiz hat sich unterdessen jedoch mit dem Antrag an das Bundesgericht in Lausanne gewandt, die Haftentlassung solange auszusetzen, bis über den Einspruch gegen die Entscheidung des Gerichts in Bellinzone entschieden ist.

    Galli führte aus, dass das Bundesamt für Justiz den Einspruch gegen den Gerichtsspruch über die Rechtswidrigkeit der Haft Adamows noch nicht eingereicht hat, es aber demnächst tun will.

    „Wir haben den Einspruch noch nicht eingereicht. Es müssen die Unterlagen vorbereitet und dargelegt werden, warum wir dem Spruch des Bundesstrafgerichts nicht zustimmen können, doch das passiert innerhalb eines Tages nicht", fügte er hinzu.

    Gleichzeitig fechten Adamows Rechtsanwälte die Legitimität der Haft des russischen Ex-Ministers an, der am 2. Mai auf Grundlage eines amerikanischen Antrages erfolgt ist. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Adamow formal ein zweites Mal verhaftet wurde, diesmal jedoch auf Grund eines russischen Auslieferungsantrags.

    Galli sagte, dass er bisher nicht kommentieren kann, wie sich die zweite Verhaftung auf Adamows Schicksal auswirken wird.

    „Der Spruch des Bundesstrafgerichts verlautet nichts über den zweiten Haftbefehl gegen Adamow, der auf russischen Antrag hin erlassen wurde, obwohl das bekannt war. Deshalb kann ich jetzt nicht sagen, wie sich dieser Umstand auf den Fall Adamow auswirken wird", sagte der Jurist.

    Adamows Rechtsanwälte schließen ihrerseits nicht aus, dass sie auch den zweiten Haftbefehl im Bundesstrafgericht in Bellinzone anfechten werden.

    Adamow, von 1998 - 2001 russischer Atomminister, wurde am 2. Mai auf Antrag des Justizministeriums der USA in Bern verhaftet. Die amerikanischen Behörden stellten jedoch noch keinen offiziellen Auslieferungsantrag, doch haben sie noch eine Frist bis zum 30. Juni des Jahres.

    Der russische Auslieferungsantrag ging in der Schweiz am 17. Mai ein. Ihm lag ein Haftbefehl zugrunde, den das Moskauer Basmanny-Gericht am 14. Mai erlassen hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft Russlands hatte gegen Adamow unter dem Vorwurf des Betrugs und des Amtsmissbrauchs ein Strafverfahren eingeleitet.

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