17:01 20 Januar 2017
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    Ukraine kann nur einheitlichen Wirtschaftsraum wählen

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    KIEW, 10. Juni (RIA Nowosti). Viktor Tschernomyrdin, russischer Botschafter in der Ukraine, meint, dass der Ukraine außer der Bildung eines einheitlichen Wirtschaftsraums mit Russland nichts übrigbleibt. Nach Meldungen der Agentur "Nowosti-Ukraina" äußerte Tschernomyrdin diese Meinung in einem Interview der Zeitung "Djen".

    "Was bleibt denn der Ukraine weiter übrig? Gibt es andere Möglichkeiten?", so Tschernomyrdin.

    Der russische Botschafter betonte auch, dass der ukrainische Präsident, Viktor Juschtschenko, zuvor "nicht die Idee des einheitlichen Wirtschaftsraumes insgesamt" kritisiert habe. "Seine Kritik war gegen ganz konkrete Dinge gerichtet: Die Regierung hat sich nicht ausreichend informiert und den Rada-Abgeordneten nicht klargemacht, worin der Sinn des einheitlichen Wirtschaftsraumes besteht", fügte Tschernomyrdin hinzu. "Darüber sprach er (Juschtschenko) auch während der Wahlkampagne", betonte der Diplomat.

    Tschernomyrdin kommentierte die Bemerkung, dass viele Minister gegen die entsprechenden Abkommen gestimmt haben, mit den Worten: "Von mir aus, das ist schließlich ihre Sache. Sie wissen doch, was Präsident Juschtschenko in Kasachstan gesagt hat: Einheitlicher Wirtschaftsraum und nichts außer dem einheitlichen Wirtschaftsraum".

    Der Diplomat kommentierte die EU-Beitrittspläne der Ukraine: "Bitte, gern, aber wollt ihr denn gleich heute in die EU? Die EU-Bosse haben doch gesagt: nicht früher als in zehn bis fünfzehn Jahren. Wenn ihr zehn bis fünfzehn Jahre warten wollt, könnt ihr ruhig gehen. Entwickelt euch, arbeitet, wir wollen niemandem etwas aufdrängen".

    Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hatte früher erklärt, dass das Hauptinteresse der Ukraine bezüglich des einheitlichen Wirtschaftsraumes die Schaffung einer Freihandelszone sei.

    "Der einheitliche Wirtschaftsraum interessiert die Ukraine vor allem im Kontext der Schaffung einer Freihandelszone. Heute sind 20 Prozent der ukrainischen Exporte auf die GUS-Märkte orientiert. Das ist ein ziemlich umfangreicher Markt, der nicht vergessen werden darf", betonte Juschtschenko und fügte hinzu, dass "die Ukraine mit den anderen Staaten der Ex-Sowjetunion durch zahlreiche wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen vereint wird".

    Dabei betonte der ukrainische Präsident noch einmal, dass das wichtigste strategische Ziel der ukrainischen Außenpolitik die Integration mit Europa ist.

    "Mein Team unterscheidet sich von der früheren Regierung dadurch, dass wir offen über unsere Europa-Wahl reden", sagte Juschtschenko. Laut dem Präsidenten ist der einheitliche Wirtschaftsraum für die Ukraine "kein Projekt, das gegen eine bestimmte Sache gerichtet ist, sondern ein Projekt zugunsten der ukrainischen Interessen".

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