03:25 23 Januar 2017
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    Russland gegen weitere Ost-Erweiterung der Nato

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    MOSKAU, 10. Juni (RIA Nowosti). Die Erweiterung der Nato um weitere postsowjetische Staaten würde in Russland empfindlich aufgenommen werden, meinte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow.

    „In diesem Fall würde Russland die Industriebasis auf das eigene Territorium verlegen müssen. Obwohl wir in diesem Fall nicht in die fremde, sondern in die eigene Wirtschaft investieren würden, wären diese Veränderungen für uns empfindlich", sagte Iwanow am Freitag in einem Gespräch mit der Beobachterin der RIA Nowosti, Swetlana Babajewa.

    Hierbei räumte er ein, dass Georgien und die Ukraine in absehbarer Zeit der Nato beitreten könnten.

    „Wir sind uns bewusst: Wenn sich Georgien und die Ukraine entscheiden, der Nato beizutreten, werden sie das auch tun. Ich schätze, das wäre in sieben bis zehn Jahren möglich. Wir dürfen aber die Nato nicht mit der Elle des Kalten Krieges messen. Die Allianz hat sich stark verändert. Ich räume ein, dass, wenn auch eines dieser Länder der Nato beitritt, auf seinem Territorium keine klassischen schweren Militärstützpunkte stationiert werden", urteilte Iwanow.

    Dass Russland durch die militärtechnische Umorientierung der postsowjetischen Staaten empfindlich getroffen wird, sei auf die enge Integration zu Sowjetzeiten zurückzuführen, sagte Iwanow. Das treffe insbesondere auf Russland und die Ukraine zu.

    „Die russische und die ukrainische Rüstungsindustrie sind äußerst eng miteinander verflochten. Die Zukunft der ukrainischen Rüstungsbetriebe ist klar: Niemand wird große Werke unterhalten, deren Erzeugnisse nicht den Nato-Standards entsprechen. Wir werden großes Geld anlegen müssen, um die Abhängigkeit von den Lieferungen der ukrainischen Erzeugnisse und Zulieferteile abzubauen", führte Iwanow aus.

    Eine Stationierung von Nato-Stützpunkten im Baltikum betrachte Russland als militärische Bedrohung. „Ich habe wiederholt gesagt: Wenn eine ernsthafte Militärbase im Baltikum errichtet wird, wird sie von Russland als Bedrohung aufgenommen. Denn andere Erklärungen für ihre Existenz gibt es nicht", sagte Iwanow.