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    "Wedomosti": Russlands Unternehmen verlieren Positionen auf der globalen Liste der größten Firmen

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    MOSKAU, 14. Juni (RIA Nowosti). Die Präsenz Russlands unter den 500 größten Unternehmen der Welt, deren Liste von der "Financial Times" zusammengestellt wird, ist erstmals zurückgegangen, und zwar von sieben auf vier, schreibt die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Dienstag. Aus verständlichen Gründen schied die Ölfirma Yukos aus, das Schicksal dieses Unternehmens beeinflusste aber den gesamten Effektenmarkt und die "Kapitalisierung des Landes".

    Die erste russische Gesellschaft, die 1997 auf die FT-500-Liste kam, war Gasprom mit einer Kapitalisierung von 7,9 Milliarden Dollar. Das nächste Jahr, in dem Russland eine Finanzkrise erlebte, traf aber selbst diesen Gasgiganten. Erst seit 2002 hat Russland in dieser angesehenen Liste richtig Fuß gefasst. Damals wurden die große Öl-Troika (Yukos, Surgutneftegas und Lukoil) und Gasprom in den Kreis der globalen Spitzenreiter aufgenommen. Ein Jahr später waren es schon fünf und 2004 sieben Unternehmen.

    In diesem Jahr sind es aber wieder vier. Nicht auf die Liste kamen der Strommonopolist RAO EES Rossii und die Hüttengesellschaft Norilsk Nickel (der weltgrößte Buntmetallproduzent), deren Kapitalisierung auf rund 12,5 Milliarden Dollar zurückging. Yukos kostet heute lediglich 1,26 Milliarden Dollar gegenüber 29,42 Milliarden vor einem Jahr. Die gleiche Tendenz ist auch in der Liste der größten Unternehmen Osteuropas zu verfolgen: Die Anzahl der russischen Firmen ist von 45 auf 39 zurückgegangen, stellt das Blatt fest.

    "Die sinkende Kapitalisierung der größten russischen Unternehmen ist besorgniserregend, denn es ist sowohl für die Unternehmen als auch für das Land ehrenvoll, in der FT-Liste präsent zu sein", stellt Alexander Kandel, Generaldirektor der Investmentgesellschaft Aton, fest.

    "Offensichtlich verlieren wir Osteuropa beim Wachstum des Effektenmarktes infolge des Falls Yukos und anderer politischer Risiken."

    Mit den gleichen Faktoren erklärt Dmitri Ussanow, Direktor des Amtes für Beziehungen mit den Investoren der Holding Norilsk Nickel, die Verringerung der Kapitalisierung seines Unternehmens. Nach Ansicht von Andrej Subkow, Vizepräsident der Investmentbank "Trast", hat die sinkende Kapitalisierung von RAO EES andere Ursachen: 2007 soll die Stromholding ihre Existenz als eine einheitliche Gesellschaft beenden.

    Ilja Stscherbowitsch, Präsident der Vereinigten Finanzgruppe, ist der Auffassung, dass die FT-Liste kein Indikator der investitionellen Attraktivität der russischen Unternehmen sei. Im Gegenteil: Für Investoren seien billige Gesellschaften mit einem hohen Wachstumspotential interessant, meint er.

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