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    Ex-Generalstaatsanwalt zweifelt an Versionen der Vergiftung Juschtschenkos und der Ermordung Gongadses

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    KIEW, 14. Juni (RIA Nowosti). Der ehemalige Generalstaatsanwalt der Ukraine, Gennadi Wassiljew, erklärte, weder die Toxikologen noch andere Experten, die den Fall der Vergiftung Viktor Juschtschenkos begutachtet haben, hätten Spuren einer Vergiftung gefunden. Das brachte er in einem Interview für die Zeitung Fakty zum Ausdruck.

    Wassiljew sagte, „weder unsere noch die österreichischen Experten haben eine Bestätigung dafür gefunden, dass an Juschtschenko ein Verbrechen im Zusammenhang mit einer Vergiftung verübt wurde".

    Wassiljew erklärte des Weiteren, nach seiner Auffassung verdiene der Umstand besondere Beachtung, dass „der Fakt einer Einmischung der amerikanischen Spezialisten zu dem Zeitpunkt, als Juschtschenko sich zur Behandlung in Wien aufhielt, sorgfältig verheimlicht wird". Er ließ seine Absicht durchblicken, schon demnächst eine offizielle Erklärung aus diesem Anlass abzugeben.

    Nach der Untersuchung Viktor Juschtschenkos in der Klinik Rudolfinerhaus in Wien stellte eine aus 11 hochklassigen Ärzten bestehende Kommission am 10. September 2004 die Diagnose akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse und damit zusammenhängende Begleiterscheinungen.

    Am 17. September hatte Juschtschenkos Wahlkampfmanager, Alexander Sintschenko, unter Berufung auf die österreichischen Ärzte auf einem Breefing erklärt, Viktor Juschtschenko sei vergiftet worden. Die ersten Anzeichen eines Unwohlseins hätte Juschtschenko schon am 6. September verspürt.

    Gennadi Wassiljew erklärte in dem Interview für Fakty ferner, dass Gongadses Ermordung seiner Meinung nach nicht aufgeklärt wurde.

    „Das, was uns heute die Ermittler wissen lassen, hält den objektiven Umständen des Falles nicht stand", erklärte Wassiljew, darauf verweisend, dass er die Untersuchungsmaterialien des Falles Gongadse gut kenne.

    Der Ex-Generalstaatsanwalt sagte, dass nicht alles so einfach sei, wie es „Piskun, seine Stellvertreter und mit ihrer Unterstützung Viktor Juschtschenko glauben machen wollen. Sie hatten übrigens versprochen, den Fall im März an das Gericht zu übergeben".

    Er sagte, die Angelegenheit bezüglich der Ausführenden der Tat „nur aus einem Grund" nicht ans das Gericht übergeben wurde, „nämlich aus dem Verständnis heraus, dass das wie ein Kartenhaus zusammenfällt".

    Am Sonntag hatte der gegenwärtige Generalstaatsanwalt der Ukraine, Swjatoslaw Piskun, in einer Direktsendung des ersten Fernsehkanals der Ukraine erklärt, dass die der Ermordung Gongadses Beschuldigten geständig seien. Dem Generalstaatsanwalt zufolge begangen Milizionäre die Tat.

    „Das Schuldgeständnis bestätigt, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen", sagte Piskun. Er stellte fest, dass die Mörder „aus eigenem Antrieb dazu nicht fähig gewesen wären".

    Was die Hintermänner des Mordanschlages (Beschuldigungen dieser Art wurden auch an die Adresse von Ex-Präsident Leonid Kutschma gerichtet) angeht, erklärte Piskun, dass die Justiz bisher nicht über ausreichende Beweise verfüge.

    Georgi Gongadse verschwand im September 2000, und zwei Monate später wurde seine Leiche in einem Wald bei Kiew gefunden.

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