21:20 22 Januar 2017
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    Nowosibirsker Gericht verkündet am 17. Juni Urteil im Fall der Leichenausfuhr nach Deutschland

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    NOWOSIBIRSK, 14. Juni (RIA Nowosti). Das Stadtbezirksgericht Kirowski von Nowosibirsk legte die Urteilsverkündung im Fall der rechtswidrigen Ausfuhr von menschlichen Überresten nach Deutschland auf den 17. Juni fest.

    Wie der Korrespondent von RIA Nowosti aus dem Gerichtssaal berichtet, erklärte die Vorsitzende Richterin, Jelena Prokopowa, in der Verhandlung am Dienstag, dass das Urteil am kommenden Freitag verkündet werde.

    Der Angeklagte, der Leiter des Gebietsbüros für Gerichtsmedizin, Wladimir Nowosjolow, sagte in seinem letzten Wort: „Ich hoffe auf Objektivität und Gerechtigkeit."

    Das Stadtbezirksgericht Kirowski behandelt den skandalösen Fall bereits zum dritten Mal. Bei den beiden vorangegangenen Gerichtsverhandlungen im November 2003 und im Juli 2004 sprachen die Richter Nowosjolow jeweils frei. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch bei der nächst höheren Instanz Berufung ein und erreichte die Aufhebung der Urteile und die Zurückverweisung des Falls zur Neuverhandlung.

    Gegen den Leiter des Büros für Gerichtsmedizin von Nowosibirsk, Wladimir Nowosjolow, wird seit dem Jahr 2001 ermittelt. Er wurde der widerrechtlichen Ausfuhr von 51 Leichen nach Deutschland beschuldigt.

    Nach den Ermittlungsergebnissen wurden die Leichen dem deutschen Wissenschaftler Günther von Hagens zugestellt, der das private Institut für Plastination in Heidelberg leitet und im Westen mit seinen schockierenden Ausstellungen menschlicher Überreste als „Kunstwerke" Bekanntheit erlangte.

    Wie die Justiz ermittelte, befasste sich Nowosjolow mit dem Aufspüren von Leichen für die spätere Überführung zu dem deutschen Wissenschaftler.

    Als Geschädigte in dem Fall figurieren mehrere Bewohner der Region, die bis heute die Rückführung der Überreste ihrer Angehörigen zur Beisetzung in der Heimat nicht durchsetzen konnten.