01:58 24 Januar 2017
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    Russischer Parlamentarier kritisiert Position der Baltischen Länder zu deren UdSSR-Zugehörigkeit

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    MOSKAU, 14. Juni (RIA Nowosti). Das Bestreben der Baltischen Länder, sich als die einzigen Opfer der Stalinschen Deportationen hinzustellen, ist im Hinblick auf die Geschichte unwahr und im Hinblick auf die gegenwärtige Politik sinnlos. Diese Ansicht vertrat Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) am Dienstag in einem RIA-Nowosti-Gespräch.

    In einer Stellungnahme zum Jahrestag der Deportation eines Teils der Bevölkerung der Baltischen Länder durch Stalin, der in Estland, Lettland und Litauen in großem Stil begangen wird, sagte Kossatschow, dass „diese Ereignisse zweifellos keine Rechtfertigung haben". „Das war eines der schlimmsten Verbrechen jenes Regimes. Aber das war ein Verbrechen des herrschenden Regimes gegen Einwohner des eigenen Landes, nicht aber ein Verbrechen eines Staates gegen einen anderen", betonte der russische Parlamentarier.

    „Die schreckliche Welle von Deportationen rollte auch über andere Nationen und Völkerschaften, einschließlich der Russen. In dieser Hinsicht waren die baltischen Völker nicht stärker als andere Völker betroffen. Aber jegliche Vergleiche wären hierbei fehl am Platze."

    „Die Ereignisse jener Zeit sollten als eine gemeinsame historische Not angesehen werden. Es dürfen keine Versuche unternommen werden, sich an den Nachkommen jener zu rächen, die an diesen Verbrechen schuld sind."

    Kossatschow fügte hinzu, dass an den Repressalien Russen, Ukrainer, Georgier und Vertreter mehrerer anderer Völker beteiligt waren. Das betreffe auch Vertreter der baltischen Völker, die aktiv an der Tätigkeit der Geheimdienste der damaligen Sowjetunion teilgenommen hätten.

    In einer Stellungnahme zu den Erklärungen litauischer und estnischer Politiker, die im Zusammenhang mit dem Jahrestag abgegeben wurden, sagte der Parlamentarier, dass hierbei „ein groß angelegtes politisches Spiel geführt wird, das die vorhandenen Beziehungen zwischen Russland und den Baltischen Ländern betrifft". „Es werden Versuche unternommen, Russland viele Sünden, darunter auch historischen Charakters, in die Schuhe zu schieben."

    Das Thema der Okkupation habe laut dem Duma-Abgeordneten juristisch gesehen keine Perspektiven. „Bemerkenswert ist, dass sich auch die Führung Litauens darüber im Klaren ist: Das Gesetz über Entschädigungszahlungen, das vom litauischen Parlament im Jahr 2000 angenommen wurde, ist vom Präsidenten des Landes bislang nicht unterzeichnet und hat demzufolge keine Rechtskraft."

    Kossatschow sagte ferner, dass Moskau in der Lage sei, Gegenforderungen zu stellen. „Aber wir sind der Ansicht, dass dies falsch wäre. Wir können an diesen gegenseitigen Forderungen ersticken."