01:19 23 Januar 2017
Radio
    Politik

    "Bisnes": Toyota-Pkw für GUS-Länder werden in Petersburg gebaut

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    MOSKAU, 15. Juni (RIA Nowosti). Der Sankt Petersburger Toyota-Betrieb ist das erste Projekt eines ausländischen Autoherstellers in Russland, das nicht nur den Inlandbedarf decken, sondern auch den Außenmarkt beliefern soll, schreibt die Wirtschaftszeitung „Bisnes" am Mittwoch.

    Am Dienstag organisierte die Toyota Motor Corporation eine feierliche Grundsteinlegung für ein Autowerk in der Siedlung Schuschary bei Sankt Petersburg. Die Pkw-Produktion in dem Betrieb mit der Bezeichnung OOO Toyota Motor Manufacturing Russia soll im Dezember 2007 aufgenommen werden. In der Anfangsetappe will das Unternehmen rund 20 000 Pkw vom Typ Camry im Jahr herstellen. Die Projektleistung des Betriebs wird 50 000 Pkw betragen, in Zukunft soll die Jahresleistung auf 200 000 Autos erhöht werden. Wie Hiroshi Okuda, Vorsitzender des Direktorenrates von Toyota Motor Corporation, bei der Grundsteinlegung mitteilte, sollen Autos aus diesem Betrieb auch nach Europa exportiert werden.

    Viktor Nowotschenko, Generaldirektor der Werbe- und Consultingagentur Avtoconsult, erklärte gegenüber der Zeitung: „Die Autokonzerne verlegen aktiv ihre Produktion nach Osteuropa". Dies „ermöglicht allerdings eine Verschnaufpause von lediglich drei bis fünf Jahren: Osteuropa verschärft seine Forderungen an die Produktion ebenfalls." Deshalb bestehe der nächste Schritt in der Verlegung der Produktion nach Russland. „Die Autohersteller belassen ihre Forschungskräfte in Europa, während die Produktionsflächen in China und Russland eingerichtet werden", stellte der Experte fest. „In logistischer Hinsicht ist aber China nicht so bequem, insofern hat Russland bessere Chancen."

    Das von den Japanern für die Montage in Sankt Petersburg gewählte Modell ist auf dem europäischen Markt nicht besonders gefragt, deshalb könnte Toyota kleinere Camry-Posten in GUS-Länder, u. a. in die Ukraine und nach Weißrussland, sowie eventuell in baltische Länder liefern, meinte Irina Loschkina, Analytikerin der Investmentgesellschaft Prospekt. Die Analytikerin ist sich zugleich sicher, dass die meisten der im neuen Betrieb hergestellten Autos auf dem größten dieser Märkte, nämlich in Russland, abgesetzt werden.

    Der unabhängige Automarktexperte Sergej Alexejtschuk stellte fest: „Camry ist für Europa viel zu groß, solche Autos liebt man in Russland, den USA und im Nahen Osten."