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    Iwaschow: Schanghai-Organisation sollte ihre Position zur US-Präsenz in Zentralasien bestimmen

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    MOSKAU, 15. Juni (RIA Nowosti). Die Schanghai-Organisation für Zusammenarbeit sollte ihre Position zur US-Präsenz in Zentralasien bestimmen und öffentlich erklären, äußerte der Vize-Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Leonid Iwaschow, auf einer Pressekonferenz bei RIA Nowosti.

    Der Schanghai-Organisation für Zusammenarbeit gehören Russland, Kasachstan, Kirgisien, China, Tadschikistan und Usbekistan an.

    Iwaschow führte aus, dass Russlands Repräsentanten wiederholt das Problem der Fristen und des Ausmaßes der amerikanischen Militärpräsenz in der Region angesprochen haben. „Jede Präsenz muss zeitliche Rahmen haben und in den Ausmaßen beschränkt sein", sagte Iwaschow.

    Für Russland ist Zentralasien eine Region mit Schlüsselbedeutung. Es muss sich deshalb dagegen wehren, dass die eigene Militärpräsenz untergraben und durch die der USA und der Nato ersetzt wird, sagte er.

    „Die zentralasiatischen Republiken hätte man in dieser Frage nicht allein gegenüber den USA lassen dürfen. Es wäre die Aufgabe der Schanghai-Organisation für Zusammenarbeit gewesen, die eigenen Positionen zu definieren und die Meinung zum Streben der Nato nach einer Militärpräsenz in der Region publik zu machen", sagte Iwaschow.

    „Leider geschah das weder in der Vergangenheit noch heute. Im Alleingang den Widerstand der USA und der Nato in der Frage der Sicherung der Militärpräsenz zu brechen ist sehr schwer", so der Experte.

    Iwaschow zufolge sind kollektive Maßnahmen unter russischer Führung und im Tandem mit China vonnöten.

    Nach Iwaschows Lagebeurteilung haben die USA die Politik der Entfaltung von umfangreichen Militärstützpunkten in aller Welt aufgegeben und reduzieren sogar deren zahlenmäßige Stärke. Dafür verstärken sie sie qualitativ. Als Beispiel führte er die Stationierung amerikanischer Instrukteure und von Überwachungsmitteln in Georgien an. Er meint, dass diese Präsenz die Sicherheit Russlands bedrohe, denn auf ihrer Grundlage können eines Tages bedeutendere Kräfte zum Einsatz kommen.

    Iwaschow verwies darauf, dass nicht nur in Bezug auf Georgien die Frage der amerikanischen Präsenz Gegenstand von Überlegungen ist, sondern auch im Hinblick auf Armenien und Aserbaidschan. Der Experte sagte, der Beschluss des Istanbuler Nato-Gipfels über die Einstufung des Kaukasus und der zentralasiatischen Gebiete als strategische Region der Allianz ohne vorherige Konsultationen mit Moskau sei in Russland nicht unbemerkt geblieben. „Das ist für Russland ein Gegenstand besonderer Besorgnisse, um so mehr, als in den Massenmedien immer häufiger von einem drohenden Zerfall Russlands und von der Notwendigkeit der Errichtung einer internationalen Kontrolle über die russischen Atomobjekte die Rede ist", sagte Iwaschow.

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