20:16 24 Januar 2017
Radio
    Politik

    "Nowyje Iswestija": Politische Gegner greifen Verteidigungsminister an

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    MOSKAU, 16. Juni (RIA Nowosti). Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft hat dieser Tage Angaben über die Sterblichkeitsrate in den Streitkräften Russlands veröffentlicht: Allein in der vergangenen Woche kamen 46 Militärangehörige ums Leben. Nach Ansicht von Experten ist die Offenlegung der besorgniserregenden Zahlen ein Teil der politischen Attacke auf Verteidigungsminister Sergej Iwanow. Gestartet wurde sie von einer einflussreichen Gruppe von „Silowiki" (russischer Sammelbegriff für bewaffnete Kräfte) an der Macht, der Iwanow als eventueller Nachfolger von Präsident Putin nicht passt.

    Die „Nowyje Iswestija" veröffentlicht am Donnerstag Meinungen mehrerer Experten dazu.

    Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien: Die Jagd auf Iwanow ist durch eine Zuspitzung des Kampfes um die Stelle des Nachfolgers des jetzigen Präsidenten bedingt. Iwanow machte im Vorfeld der politischen Ereignisse einen recht vorteilhaften Eindruck: Er ist mit keinem Rohstoffmonopol verbunden. Seine einzige verwundbare Stelle: Er hatte seine Zustimmung gegeben, das Amt des Verteidigungsministers zu übernehmen, als die Reform der Streitkräfte begann. Dies gab Anlass, ihn zu kritisieren. Offenbar stehen Vertreter eines der Oligarchenclans hinter dieser Attacke.

    Alexej Arbatow, Leiter des Zentrums für internationale Sicherheit der Russischen Wissenschaftsakademie, Politologe: Gerade Iwanow wird als der wahrscheinlichste Nachfolger des Präsidenten angesehen. Geht man von dieser Version aus, so könnten sowohl die Präsidentenadministration als auch die Regierung hinter der gegen den Minister gerichtete Diskreditierungskampagne stehen, vielleicht aber auch politische Parteien. Ich persönlich kann aber diese Version nicht akzeptieren, weil ich der Ansicht bin, dass es 2008 kein Schema für die Machtübergabe an einen Nachfolger geben wird. Der jetzige Staatschef wird seinen Posten in dieser oder anderer Form behalten.

    Dmitri Oreschkin, Leiter des analytischen Zentrums Mercator: Im Lager der „Silowiki" ist eine überaus ernsthafte Spaltung zu verzeichnen, zu der es vor rund einem halben Jahr gekommen ist. Zwischen den „Petersburger" und den „Moskauer" Vertretern der bewaffneten Strukturen ist eine ernsthafte Konfrontation im Gange, zwischen ihnen besteht ein Interessenkonflikt. Deshalb kann der Angriff auf Iwanow von unterschiedlichen Richtungen kommen, die den „Silowiki"-Flügel innerhalb der Machtelite vertreten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren