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    "Wedomosti": Geographische Struktur russischen Waffenverkaufs

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    MOSKAU, 16. Juni (RIA Nowosti). Alexander Brindikow, Berater des Generaldirektors des staatlichen Waffenhandelsunternehmens Rosobornexport, hat am Donnerstag in der Wirtschaftszeitung „Wedomosti" erstmals eine vollständige geographische Struktur des russischen Waffenexports offen gelegt.

    Nach seinen Angaben machten die Waffenlieferungen über Rosoboronexport im vergangenen Jahr 5,1 Milliarden Dollar aus. Auf China entfielen dabei 45 Prozent bzw. 2,3 Milliarden Dollar und auf Indien 35 Prozent bzw. 1,79 Milliarden Dollar. Weit abgeschlagen liegen die anderen Abnehmer: Vietnam mit vier Prozent bzw. 200 Millionen Dollar, Jemen und Griechenland mit jeweils zwei Prozent bzw. 100 Millionen Dollar, Äthiopien und Algerien mit jeweils 1,4 Prozent bzw. je 70 Millionen Dollar. Auf die restliche Welt kommen 5,2 Prozent des russischen Rüstungsexports.

    „Die Märkte Chinas und Indiens, unserer wichtigsten Abnehmer, werden sich in den nächsten Jahren, konkret 2007 bis 2008, für uns schließen", erklärte Brindikow. „Rosobornexport sucht in diesem Zusammenhang nach neuen Märkten, u. a. in Lateinamerika und Südostasien". „Die Aufnahmefähigkeit dieser Märkte ist aber äußerst begrenzt, während die Bestellungen von Indien und China im Bereich über einer Milliarde Dollar lagen und Lieferungen von Dutzenden Flugzeugen vorsahen", stellte der Experte fest.

    Andere Experten teilen Brindikows Besorgnis. „Offensichtlich werden solche Käufer wie Algerien und Vietnam, von den armen Ländern wie Jemen oder Äthiopien ganz zu schweigen, China und Indien kaum ersetzen können", so Marat Kenschetajew, Experte des Zentrums für das Studium der Abrüstungsprobleme. „Insofern ist der Rückgang des russischen Exports 2007 nicht zu vermeiden, obgleich dieser in den nächsten drei Jahren dank der früheren Bestellungen zwischen vier und fünf Milliarden Dollar liegen wird."

    Die einzige Quelle, der die russische Verteidigungsindustrie nach 2007 ihr Überleben verdanken könnte, wären staatliche Inlandsaufträge, die ständig wachsen (sechs Milliarden Dollar in diesem Jahr), so Ruslan Puchow, Redakteur der Zeitschrift „Moscow Defense Brief".

    62 Prozent der von Rosoboronexport gelieferten Militärtechnik entfielen auf die Fliegerkräfte, 24 Prozent auf die Flotte, sechs Prozent auf die Technik für das Heer und die Luftabwehrkräfte und zwei Prozent auf diverse Spezialtechnik. Der Wert der Aufträge des Unternehmens beläuft sich auf 13 Milliarden Dollar.

    Nach Meinung von Experten unterscheidet sich die Geographie der Lieferungen kleinerer unabhängiger Exporteure kaum von der des Staatsunternehmens Rosoboronexport. Insgesamt verkauften sie im vergangenen Jahr Waffen und Ersatzteile für rund 700 Millionen Dollar.

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