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    Russen führen Ursache für Unruhen in Usbekistan auf schwere Lage der Bevölkerung zurück

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    MOSKAU, 16. Juni (RIA Nowosti). Mehr als die Hälfte der Einwohner Russlands (53 Prozent) führen die Ursache für die jüngsten Unruhen in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan auf die schwere Lage ihrer Bevölkerung zurück. Das geht aus einer Umfrage hervor, die vom Russischen Zentrum für die Erforschung der öffentlichen Meinung durchgeführt wurde.

    Ein Teil der Befragten - 18 Prozent - sieht die Ursache in Aktivitäten «äußerer Kräfte», so in subversiven Handlungen der USA und einiger Länder des Westens. Zwölf Prozent der Respondenten erklärten das mit dem Bestreben radikal-islamistischer Fundamentalisten und Extremisten, die Macht in Usbekistan zu ergreifen. 18 Prozent führten die Unruhen auf das „Diktator-Regime von Präsident Islam Karimow" zurück, der die Rechte und Freiheiten der Landesbürger verletzt. Neun Prozent der Befragten erklärten die Unruhen mit der Unzufriedenheit der Drogenhändler und sonstiger krimineller Strukturen mit dem Karimow-Regime. Nur sieben Prozent verweisen auf einen Einfluss des jüngsten revolutionären Machtwechsels im benachbarten Kirgisien.

    40 Prozent der Befragten bezeichneten die Handlungen der usbekischen Führung zur Wiederherstellung der Ordnung im Lande als zu brutal, weil dabei eine große Zahl von Bürgern getötet wurde. 27 Prozent bewerteten die Härte der Macht als durchaus angemessen.

    35 Prozent der Respondenten sind der Ansicht, dass die russische Führung Anstrengungen unternehmen solle, um die Situation in Usbekistan mit dem Ziel zu beeinflussen, eine striktere Einhaltung der Bürgerrechte und der Demokratie in dieser Republik durchzusetzen. 22 Prozent der Russen meinen, dass sich Moskau von der Entwicklung in Usbekistan distanzieren solle. Nur vier Prozent schlugen vor, die usbekische Opposition zu unterstützen und mit ihr enge Kontakte herzustellen.

    An der Umfrage nahmen 1581 Bürger in 153 Ortschaften aus 46 Gebieten, Regionen und Teilrepubliken teil. Der statistische Fehler liegt nicht über 3,4 Prozent.