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    Experten: Beteiligung des Staates an Entwicklung der Agrarwirtschaft notwendig

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    MOSKAU, 17. Juni (RIA Nowosti) Die Teilnahme des Staates an der Entwicklung marktwirtschaftlicher Mechanismen sowie der Produktions- und sozialen Infrastruktur auf dem Lande ist objektiv notwendig. Das geht aus einem Bericht hervor, der zur heutigen Sitzung des Präsidiums des Staatsrates vorbereitet wurde.

    "Der Umfang des Binnenmarkts, nach dem Einzelhandelsumsatz der Lebensmittelerzeugnisse eingeschätzt, ist in den Jahren 2000 bis 2004 auf das 2,3fache gewachsen. 2004 belief er sich auf mehr als 2,5 Billionen Rubel (rund 90 Milliarden Dollar)", heißt es im Dokument, das von einer Arbeitsgruppe des Staatsrates unter der Leitung von Kirssan Iljumschinow, Präsident Kalmykiens (Südlicher Föderationsbezirk), zusammengestellt wurde. "Das machte 45,6 Prozent des gesamten Umfangs des Einzelhandelsumsatzes aus."

    Dem Dokument zufolge beträgt der Anteil der importierten landwirtschaftlichen Rohstoffe und Lebensmittel rund 34 Prozent des Lebensmittelmarktes.

    Die durchschnittlichen Importtarife für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel in Russland liegen bei 12 Prozent.

    "Zum Vergleich: Das Durchschnittsniveau des Tarifschutzes im Bereich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse liegt in den EU-Ländern bei 25 Prozent."

    Einen weiteren Faktor, der das Wachstum des Binnenmarktes bremst, sieht die Arbeitsgruppe des Staatsrates im unzureichenden Entwicklungsniveau der Infrastruktur, darunter auch im Handel, was zur Entstehung von Monopolen führt.

    In den Vorschlägen zur Änderung der Situation im Agrarindustriekomplex wird darauf hingewiesen, dass eine Beschleunigung des Tempos der landwirtschaftlichen Produktion auf der Grundlage einer Steigerung deren Konkurrenzfähigkeit zum Hauptziel der Staatspolitik werden muss.

    Das Landwirtschaftsministerium Russlands hat eine Entwicklungsstrategie des Agrarindustriekomplexes und der Fischereiwirtschaft konzipiert, die drei Hauptaufgaben vorsieht: Gewährleistung der Importablösung bei Fleisch und Fleischerzeugnissen unter den Bedingungen einer wachsenden Konsumnachfrage; Entwicklung des Getreideexportpotentials unter Berücksichtigung des wachsenden Getreidekonsums auf dem Binnenmarkt und der Entwicklung der landwirtschaftlichen Territorien.

    In der Arbeitsgruppe des Staatsrates wird die Ansicht vertreten, dass der Agrarindustriekomplex im Ergebnis der Realisierung dieser Strategie ein stabiles Wachstum von fünf bis sechs Prozent im Jahr (bei der Landwirtschaft vier Prozent) erreichen wird. Außerdem wird die Abhängigkeit des Landes vom Import der Landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei einer gleichzeitigen Erweiterung des Exports verringert. Auch das materiell-technische, das natur-ökologische Potential der Landwirtschaft sowie das Potential der Arbeitskräfte werden wiederhergestellt.

    Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen in einem Föderationsgesetz "Über die Entwicklung der Landwirtschaft" verankert werden, an dessen Entwurf derzeit gearbeitet wird. "In diesem Jahr soll das Gesetz der Staatsduma vorgelegt werden, damit es 2006 in Kraft treten kann", erfuhr RIA Nowosti in der Arbeitsgruppe des Staatsrates.