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    Usbekische Generalstaatsanwaltschaft: Die Ereignisse in Andischan wurden von internationalen Terroristen organisiert

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    TASCHKENT, 17. Juni (RIA Nowosti). Die Ereignisse in Andischan hatten internationale terroristische Organisationen organisiert und verwirklicht, teilte Anwar Nabijew, erster Stellvertreter des Generalstaatsanwalts Usbekistans, am Donnerstag bei einem Treffen mit Vertretern des diplomatischen Korps mit.

    Dieses Treffen fand entsprechend dem Arbeitsplan einer internationalen Arbeitsgruppe statt, der Vertreter des diplomatischen Korps angehören. Diese Gruppe wurde gebildet, um die Untersuchung und Maßnahmen der usbekischen Regierung zur Stabilisierung der Situation in Andischan und im gleichnamigen Gebiet zu kontrollieren.

    Laut usbekischer Generalstaatsanwaltschaft wurden den Mitgliedern der Gruppe die Chronologie der Ereignisse am 12. und 13. Mai 2005 sowie die Materialien des Strafverfahrens zur Verfügung gestellt und mitgeteilt, dass die Ermittler vier Hauptversionen der Terrorakte durcharbeiten.

    „Eine Analyse von Materialien zeigt beim jetzigen Stand der Untersuchung, dass die Ereignisse in Andischan eine sorgfältig geplante und organisierte Aktion internationaler radikaler Kräfte ist, deren Endziel die gewaltsame Änderung der verfassungsmäßigen Ordnung und der Aufbau des sogenannten Kalifats ist", sagte Nabijew beim Treffen.

    Ihm zufolge verfügen die Ermittler über Angaben, dass die Terrorakte von internationalen terroristischen Organisationen wie der Islamischen Bewegung Turkestans (früher Islamische Bewegung Usbekistans), Hizb-ul-Tahrir und ihrer Splittergruppe Akramiya organisiert und verübt wurden.

    Auf dem Territorium Kirgisiens und Usbekistans wurden wenigstens 20 bewegliche bewaffnete Untergruppen mit einer zahlenmäßigen Stärke von 5 bis 20 Mann entdeckt, denen religiöse Extremisten angehörten. In sechs Hauptgruppen hatten sie die Angriffsobjekte unter sich aufgeteilt. Es wurde glaubwürdig bestätigt, dass ein Teil der Waffen vor dem Beginn der Ereignisse von außerhalb nach Andischan gebracht wurde. Die Beteiligung ausländischer Bürger an den Terrorakten wurde nachgewiesen, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt.

    Anwar Nabijew nannte während des Treffens einige Zahlen zu den Ereignissen in Andischan.

    Er teilte mit, es habe im Ergebnis der Terrorakte insgesamt 176 Tote gegeben, darunter 79 Terroristen. Sie nahmen 65 Personen als Geiseln. 14 von ihnen wurden getötet. Während der Zusammenstöße wurden 20 Mitarbeiter der Rechtsschutzorgane, 11 Armeeangehörige und 45 friedliche Einwohner von Terroristen getötet. Die Identität von 21 Toten wird ermittelt und ihre eventuelle Teilnahme an den Terrorakten überprüft.

    Es gab 295 Verletzte, davon sind 62 Terroristen, 47 - Mitarbeiter der Rechtsschutzorgane, 35 - Armeeangehörige und 18 - friedliche Einwohner. Bei den übrigen 145 Personen wird geprüft, ob sie an den Terrorakten beteiligt waren.

    Bis heute sind 100 Bürger Usbekistans und 31 Bürger Kirgisiens (Usbekistans Nachbarrepublik), die sich in einem „Zeltstädtchen" auf dem kirgisischen Territorium befinden, als unmittelbare Teilnehmer der Terrorakte festgestellt.

    Im „Zeltstädtchen" befinden sich auch 13 Personen, die von Terroristen aus dem Gefängnis in Andischan gesetzwidrig freigelassen wurden. Gegen sie wurden Haftbefehle erlassen und entsprechende Auslieferungsanträge eingereicht.

    30 usbekische friedliche Einwohner, die von Terroristen unter der Androhung von Waffengewalt im „Zeltstädtchen" gehalten wurden, kehrten freiwillig in das Land zurück.

    Während der Unruhen wurden 73 Fahrzeuge und mehr als 20 Gebäude in Brand gesteckt und beschädigt. Die Summe des Schadens beträgt mehr als 3 Milliarden Sum (etwa 3 Millionen US-Dollar).

    Bei der Generalstaatsanwaltschaft wurde betont, man habe Maßnahmen zur Feststellung der Organisatoren und der Finanzquellen der Terrorakte sowie von Personen getroffen, die an der Destabilisierung der Situation in Usbekistan und an der Unterminierung seiner internationalen Autorität interessiert sind.

    Die Führung der Generalstaatsanwaltschaft bekräftigte ihre Bereitschaft, in engem Kontakt mit der Arbeitsgruppe zu handeln und ihr die notwendigen Materialien des Strafverfahrens für die Kontrolle sowie eine objektive Bewertung zur Verfügung zu stellen.

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