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    Rechtsanwalt: Platon Lebedew sieht keinen Sinn in der Anfechtung des Gerichtsurteils

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    MOSKAU, 17. Juni (RIA Nowosti). Platon Lebedew sieht keinen Sinn in der Anfechtung des Urteils des Meschtschanski Gerichts von Moskau. Das teilte Jelena Lipzer, Verteidigerin des Chefs der MFO Menatep, gegenüber der RIA Nowosti mit.

    „Ich sehe keinen Sinn darin, weiterhin die Illusion der Legitimität des Geschehens zu schaffen und meine Teilnahme an diesem `Spektakel` unter Berücksichtigung meines Gesundheitszustandes fortzusetzen", führte die Rechtsanwältin die Worte von Lebedew an.

    Lebedew erinnerte daran, dass seine Verteidiger im Verlaufe der Untersuchung und der Gerichtsverhandlung wiederholt Beschwerden in Berufungsinstanzen eingelegt hatten. Keiner einzigen davon wurde vom Moskauer Stadtgericht stattgegeben.

    Zugleich hofft Lebedew auf den Beschluss des Obersten Gerichts Russlands, des Europäischen Menschenrechtsgerichts sowie des Verfassungsgerichts der Russischen Föderation. „Ich werde mich auf den Dialog mit diesen Instanzen vorbereiten", heißt es in der Erklärung des Menatep-Chefs.

    Lebedew behauptet dazu noch, dass die ihm ausgehändigte Kopie des Urteils dem vom Meschtschanski Gericht verkündeten Verdikt nicht entspreche. Diese Tatsache habe ebenfalls bei der Entscheidung des Menatep-Chefs, auf die Teilnahme am Berufungsverfahren zu verzichten, mitgespielt. Am Freitag reichte Lebedew über die Administration des Untersuchungsgefängnisses seine Erklärung über den Verzicht auf die Teilnahme an der Behandlung der Beschwerde im Berufungskollegium ein.

    Somit verzichtete Lebedew auf die Einlegung einer Berufung gegen den Schuldspruch.

    Michail Chodorkowski legte aber am 16. Juni seine Beschwerde über den Schuldspruch ein.

    „Codorkowski hat die Beschwerde über den Schuldspruch, in der seine Einstellung zu diesem Urteil dargelegt ist, eingelegt", teilte Genrich Padwa, Verteidiger des Ex-Chefs von Yukos, mit. Dabei äußerte der Ex-Chef von Yukos den Wunsch, der Behandlung der Kassationsbeschwerde beizuwohnen.

    Laut Gesetz kann die Kassationsbeschwerde auch in Abwesenheit des Verurteilten behandelt werden. Wenn der Angeklagte dem Berufungsverfahren beiwohnen und daran mittels Fernsehübertragung teilnehmen will, so muss er das Gericht darüber schriftlich benachrichtigen.

    Chodorkowski meint, dass das Urteil des Meschtschanski Gerichts von Moskau aufgehoben werden sollte.

    Aus seiner Sicht sei das gesamte Urteil auf der durch nichts bestätigten Annahme aufgebaut worden, dass er oder Platon Lebedew über irgendwelche Personen jemandem bestimmte Anweisungen gegeben hätten, was weder in den Akten noch in den Zeugenaussagen zu finden sei.

    Die Verteidigung von Chodorkowski und Lebedew hat innerhalb von zehn Tagen seit der Verkündung des Urteils Berufung dagegen eingelegt.

    Wie Padwa erklärte, bestehen die Rechtsanwälte auf der Einstellung der strafrechtlichen Verfolgung.

    Die Verteidigung von Lebedew ersucht das Moskauer Stadtgericht einen entsprechenden Beschluss in Bezug auf den Chef der MFO Menatep zu fassen.

    Chodorkowski und Lebedew sind zu je neun Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Das Meschtschanski Gericht von Moskau befand den Ex-Chef von Yukos und den Chef der MFO Menatep nach sechs Artikeln des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation für schuldig. Laut dem Urteil, das vom 16. bis zum 31. Mai verkündet wurde, werden sie die Strafe in einer Besserungsanstalt mit allgemeinen Bedingungen verbüßen.