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    Gericht verurteilte den im Verfahren wegen der Ausfuhr von Leichen nach Deutschland Angeklagten zu einer Geldstrafe

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    NOWOSIBIRSK, 17. Juni (RIA Nowosti). Das Gericht, das den Fall wegen der ungesetzlichen Ausfuhr von Leichen nach Deutschland verhandelt hatte, verurteilte den Chef des Nowosibirsker Gebietsbüros für gerichtsmedizinische Expertise Wladimir Nowossjolow zu einer Geldstrafe in Höhe von 35 000 Rubel (1 US-Dollar entspricht 28,60 Rubel).

    Die Verhandlung dieses Falls endete am Freitag im Gericht des Kirow-Bezirks von Nowosibirsk. Das Gericht sprach Nowossjolow nach Artikel 285 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation - „Missbrauch der Dienstbefugnisse" - schuldig.

    „Nowossjolow hat seine Befugnisse den Interessen des Dienstes zuwider benutzt und das Föderalgesetz ‚Über die Beisetzung und das Bestattungswesen' verletzt, laut dem jedem Menschen nach dem Tode die Beisetzung entsprechend seiner Willensäußerung und der Willensäußerung seiner Verwandten garantiert wird", sagte die Richterin Jelena Prokopowa bei der Urteilsverkündung.

    2001 wurde gegen Nowossjolow Anklage wegen des ungesetzlichen Verschickens von 51 Leichen an den deutschen Wissenschaftler Günther von Hagens, der das Privatinstitut für Plastination in Heidelberg leitet, erhoben. Er ist im Westen auch als avantgardistischer Künstler bekannt, der schockierende Ausstellungen von speziell bearbeiteten Leichen veranstaltet.

    Anfangs wurden nach diesem Verfahren 14 Leiter und Mitarbeiter verschiedener medizinischer Einrichtungen des Gebietes angeklagt. Im Verlaufe der Untersuchung wurde jedoch ihre strafrechtliche Verfolgung aus verschiedenen Gründen eingestellt. Vor Gericht wurde nur Nowossjolow gestellt, der nach der Version der Untersuchung die Sammlung von Leichen für von Hagens organisiert hätte.

    Dieser skandalöse Fall wurde zum dritten Mal verhandelt. Bei den ersten beiden Verhandlungen im November 2003 und im Juli 2004 hatten die Richter Wladimir Nowossjolow zweimal frei gesprochen. Die Staatsanwaltschaft setzte jedoch in den übergeordneten Instanzen die Aufhebung der Urteile durch und diese gaben die Sache zur Nachuntersuchung zurück.

    Einige Einwohner des Gebietes, die in diesem Fall als Geschädigte fungieren, können immer noch nicht erreichen, dass die Leichen ihrer Nächsten zur Beisetzung in die Heimat zurück gebracht werden.

    Das Urteil wird angefochten, erklärte Michail Kurilow, Verteidiger von Nowossjolow.