11:52 16 Januar 2017
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    Kasparow: Die demokratischen Parteien Russlands vereinigen sich nicht

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    MOSKAU, 20. Juni (RIA Nowosti). Bei den Führungen der demokratischen Parteien fehlt das Bedürfnis, sich zusammen zu schließen. So erläuterte Schachweltmeister Garri Kasparow den fehlgeschlagenen Versuch der liberalen Vereinigung Komitee-2008, die demokratischen Bewegungen des Landes unter einer Flagge zusammen zu führen, in einem Interview für die Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta".

    Kasparow will nun eine neue politische Oppositionsbewegung unter dem Namen „Vereinigte Bürgerfront" gründen, die das Protestpotential des Landes vereint.

    Er führte aus, dass die Menschen in der Provinz eine Vereinigung anstreben. „Was Moskau angeht, so kann ich als Beteiligter am Geschehen nur sagen, dass nichts passieren wird", zeigt sich Kasparow überzeugt. Das Problem bestehe darin, dass für die, die in der Hauptstadt politisch groß geworden sind, Verhandlungen mit dem Kreml Bestandteil des politischen Prozesses sind.

    „Für unsere `Front` ist der Verzicht auf jedwede Verhandlungen mit dem Regime Vorbedingung für eine Koalition. Deshalb meinen wir, dass wir viel mehr Leute von links und rechts zusammen führen können", erklärte Kasparow der Zeitung.

    Er ist überzeugt, dass die Grenzen in Russland heute nicht zwischen Linken und Rechten verlaufen, sondern nach dem Grundsatz, inwieweit jemand bereit ist, Putins Regime, welches zur Diktatur zurück will, die Stirn zu bieten oder ihm weiter nach dem Mund zu reden.

    Kasparow meint, die Entwicklungen der letzten sechs Monate hätten gezeigt, dass der Protest im Lande an Gewicht gewinnt. Wie schnell er sich in Russland verbreitet, wisse niemand, doch die Tendenz sei heute offensichtlich. Zum Ende des Jahres, wenn die Kredite des Finanzministeriums für die Regionen erschöpft sind, würden die Folgen der Ablösung der Sozialleistungen durch Ausgleichszahlungen ihre Wirkungen offenbaren. Es stehe außerdem die Reform der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft bevor. Und das alles kann sich auf die Versuche der Staatsmacht auswirken, die Verfassung von Grund auf umzukrempeln.

    „Wenn ein solches Szenarium zum Tragen kommt, dann werden sich eines Tages die politische Verfassungskrise und die soziale Krise überlagern", warnt Kasparow.

    „Putins Regime muss demontiert werden, und das ist das Ziel der `Vereinigten Bürgerfront`", erklärte er zum Abschluss.

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