00:10 19 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Mexiko strebt neue Beziehungen mit Russland an

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 7 0 0

    MEXIKO, 20. Juni (RIA Nowosti). Mexiko baut neue und dynamischere Beziehungen zu Russland auf, erklärte der mexikanische Präsident Vicente Fox im Vorfeld seiner Russland-Reise.

    „Wir streben neue und dynamischere Beziehungen mit Russland an, was unserem Kurs auf eine Diversifikation der Märkte und den Ausbau des Außenhandels mit den europäischen Staaten entspricht", äußerte der mexikanische Präsident. „Unsere beiden Staaten haben viel Gemeinsames: Sowohl Mexiko als auch Russland bauen neue Wirtschaftsmodelle auf, führen ähnliche Wirtschafts- und Sozialreformen durch; das Wirtschaftswachstum unserer Staaten beruht auf der Energiewirtschaft. Auf dem Gebiet der Außenpolitik setzten sich unsere beiden Staaten für eine multipolare Welt ein und arbeiten in dieser Richtung zusammen.

    In dieser Hinsicht legt Mexiko großen Wert auf sein Verhältnis zu Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates", bemerkte Vicente Fox.

    Am heutigen Montag kommt er als erster mexikanischer Staatschef nach Russland. Im Juni 2004 hatte der russische Präsident erstmals in der Geschichte beider Staaten in Mexiko geweilt. Damals wurde eine Reihe von Vereinbarungen unterzeichnet, mit deren Verwirklichung Fox offenbar zufrieden ist. „Wir arbeiten aktiv an der Umsetzung des Abkommens über die Errichtung einer Reparatur- und Servicestation für Hubschrauber in Mexiko und an einem Projekt für den Betrieb russischer Lkw Ural", betonte er. Bei seiner Russland-Reise wird Fox von einer großen Gruppe mexikanischer Geschäftsleute begleitet, die vor allem über gegenseitige Investitionen sprechen werden.

    „Das Potential der Zusammenarbeit zwischen Mexiko und Russland ist bei weitem nicht ausgeschöpft und muss jetzt durch konkrete Taten verstärkt werden: Investitionen, Gemeinschaftsprojekte und Handel", äußerte der mexikanische Präsident.

    Auf die Frage der RIA Nowosti, welche Schranken dem Abkommen zwischen Mexiko und Russland für den Beitritt Russlands zur WTO im Wege stehen, antwortete Fox: „Dieses Thema ist ebenso wie die Anerkennung Russlands als Marktwirtschaft durch Mexiko von großer Relevanz für die Weiterentwicklung unserer Beziehungen. Die Welthandelsorganisation verfügt über wichtige Hebel zur Einwirkung auf den internationalen Handel. Im Rahmen dieser Organisation bestehen Hunderte Verträge und Abkommen, welche die Handelsbeziehungen zwischen den Staaten regulieren. Wir sind deshalb der Ansicht, dass alle Mitgliedstaaten der WTO die gleichen Rechte haben, die gleichen Regeln befolgen und gleiche Chancen für die Entwicklung des Außenhandels haben müssen. Präsident Putin und ich, wir brachten dieses Thema bei unseren Treffen mehrmals zur Sprache und es gelang uns, so scheint es mir, ein gewisses gegenseitiges Verständnis zu erzielen. Für den bevorstehenden Besuch erarbeiteten wir Vorschläge, die uns zum Fortschritt und zum Abschluss der Verhandlungen zu diesem Thema verhelfen sollen."

    Ein nicht weniger wichtiges Thema seiner Moskauer Gespräche sei die Reform der UNO, sagte Fox.

    „Russland genießt ein hohes Ansehen in der Weltarena und ist eines der ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates. Deshalb erweckt seine Haltung zur Reform der UNO und zu den Initiativen der UNO-Freunde, zu denen auch Mexiko gehört, reges Interesse", betonte der mexikanische Präsident.

    Sein Land plädiere für eine grundlegende Reform der Vereinten Nationen. „Wir wollen, dass die Reformen nicht nur die Erweiterung der ständigen Sitze beim UN-Sicherheitsrat und die allgemeine Demokratisierung der UNO-Gremien, sondern auch andere Gremien und Institute betrifft. Vor allem jene, die für die Entwicklung der UNO-Mitgliedsstaaten, für die Finanzierung von Entwicklungsfonds, für die Herausbildung von humanitären und sozialen Prinzipien sowie für den Umweltschutz zuständig sind."

    Die mexikanische Staatsführung sei der Ansicht, dass der UN-Sicherheitsrat „repräsentativer" sein müsse, was nicht nur durch eine Erweiterung der Mitgliederzahl erreicht werden müsse, erklärte Fox. „Jedes Land muss neben den eigenen Interessen auch noch die Interessen seiner Region vertreten. Ein solches regionales Vorgehen würde die Arbeit des UN-Sicherheitsrats effektiver machen und näher an die Realität bringen", äußerte er.

    „Aus der Erfahrung meiner Gespräche mit Präsident Putin kenne ich ihn als einen effektiven Politiker und als einen Präsidenten, der nicht vor Entscheidungen zurückscheut, bei dem Worte und Taten nicht auseinanderfallen und der strikt und unbeirrt an seinen Versprechen festhält. Ein solcher Führungsstil gefällt mir sehr, ich selbst versuche, an diesem Stil festzuhalten. Deshalb ist die Meinung des russischen Präsidenten für mich von großer Bedeutung und großem Gewicht", unterstrich der mexikanische Präsident.