12:11 21 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Kapitalisierung der russischen Wirtschaft könnte auf fünf bis sechs Billionen US-Dollar steigen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 120

    MOSKAU, 20. Juni (RIA Nowosti). Die Kapitalisierung der russischen Wirtschaft könnte in vier bis fünf Jahren auf fünf bis sechs Billionen US-Dollar steigen. Diese Auffassung vertrat der Vorsitzende des Rechnungshofes Russlands, Sergej Stepaschin, am Montag in einer Investoren-Konferenz, die von der Gesellschaft „Renaissance Capital" veranstaltet wurde.

    Stepaschin bemerkte zum Vergleich, dass sich die Kapitalisierung der USA-Wirtschaft auf 14 Billionen US-Dollar beläuft.

    In einem solchen Fall könnte Russland zu einem vollberechtigten Mitglied der „Großen Acht" werden und das Wachstumstempo der Wirtschaft würde dann einen stabilen und beständigen Charakter haben, sagte der Chef des Rechnungshofes.

    Doch ein Wachstum der Kapitalisierung sei nur möglich, so Stepaschin weiter, wenn die Aktiva der russischen Unternehmen neubewertet würden. Es müsse eine Rekapitalisierung der nationalen Aktiva vorgenommen werden, betonte er.

    „Der Wirtschaft Russlands müssen ihre wahren Dimensionen und ihre Stellung in der Welt zurückgegeben werden", sagte Stepaschin.

    Die Kapitalisierung der russischen Wirtschaft wird heute auf etwa 350 Milliarden US-Dollar geschätzt.

    Stepaschin bemerkte, dass es im Verlauf der Privatisierung „zu einer umfassenden Unterbewertung der nationalen Reichtümer" gekommen war. Zu Beginn der Privatisierung waren die Eigentumsobjekte nicht beschrieben und nicht bewertet worden. „Dadurch wurde es möglich, sie willkürlich einzuschätzen und dann sehr große Teile dieser Aktiva in Offshore-Gebiete zu überführen", sagte Stepaschin.

    „Heute gilt es, den nationalen Reichtum des Landes realistisch einzuschätzen, die Aktiva realistisch zu bewerten, sie aus den Offshore-Gebieten auszuführen und auf dieser Grundlage das Problem der Auffüllung des Staatshaushaltes zu lösen", betonte Stepaschin.

    Laut dem Vorsitzenden des Rechnungshofes war es das Ziel der Privatisierung, eine große Anzahl von Privateigentümern zu schaffen. In Wirklichkeit sei es aber „zu einer Überkonzentration von Eigentum in den Händen nur weniger Bürger und Nichtbürger des Landes" gekommen.

    Die moderne Wirtschaft westlichen Typs beruhe auf neuen Eigentümern, die eine immense Zahl an Arbeitsplätzen schüfen, so Stepaschin.

    „Anstatt dessen wurden in Russland gigantische Eigentümer im Rohstoffbereich geschaffen, dabei wurde das mittelständische Unternehmertum im Stich gelassen und kriminellen Strukturen überlassen", sagte Stepaschin. Stepaschin bezeichnete dies als eine der „Verschüttungen", die sich bei der Privatisierung gebildet hatten. Wenn diese nicht beseitigt werde, würde es auch nicht gelingen, eine konkurrenzfähige Wirtschaft aufzubauen.

    Laut dem Experten ist zurzeit ein großer Teil der Aktiva in Russland entweder nicht in den Wirtschaftsverkehr einbezogen oder wird nicht im legalen Umsatz widergespiegelt, was zu einer Unterbewertung des BIP führe, so Stepaschin.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren