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    Physiker Danilow klagt vor Straßburger Gericht

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    MOSKAU, 20. Juni (RIA Nowosti). Die Verteidigung von Valentin Danilow, der in Russland wegen Hochverrats und Betrugs zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war, reichte eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ein, wie Rechtsanwältin Anna Stawizkaja mitteilte.

    „Wir legten eine Beschwerde wegen Verletzung von Artikel 5 der Europäischen Menschenrechtskonvention ein, die jedem Freiheit und persönliche Unantastbarkeit garantiert", sagte Stawizkaja.

    Am 29. Juni wird das russische Oberste Gericht die Kassationsbeschwerde behandeln. „Wir bitten das Oberste Gericht, das Urteil des regionalen Gerichts außer Kraft zu setzen und einen neuen Prozess anzuordnen", sagte Stawizkaja weiter.

    Das Krasnojarsker Gericht hatte den Wärmephysiker Danilow wegen Hochverrats zugunsten Chinas und Betrugs zu 14 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

    Der Rechtsanwältin zufolge wurde „Danilow rechtswidrig - noch vor dem Gerichtsspruch inhaftiert". „Grund dafür war sein Gespräch mit einem Journalisten, das von der Staatsanwaltschaft als Weiterverbreitung von Staatsgeheimnissen eingestuft wurde", betonte sie.

    Danilow stand an der Spitze des Krasnojarsker Zentrums für Wärmephysik bei der Staatlichen Technischen Universität Krasnojarsk, als die regionale FSB-Verwaltung im Mai 2000 gegen ihn ein Ermittlungsverfahren einleitete. Laut dem FSB soll Danilow „geheime Daten an China übergeben" und somit die „äußere Staatssicherheit beeinträchtigt" haben.

    Im Februar 2001 wurde Danilow in Untersuchungshaft genommen. Im September 2002 kam er wieder frei - gegen die schriftliche Verpflichtung, seinen Aufenthaltsort nicht zu verlassen. Im Dezember 2003 wurde der Physiker von einem Geschworenengericht freigesprochen, das Oberste Gericht Russlands setzte den Spruch jedoch als unrechtmäßig außer Kraft.

    Ein Jahr später, im November 2004, ist Danilow auf Antrag der örtlichen Staatsanwaltschaft unmittelbar im Gerichtssaal wieder verhaftet worden.

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