00:00 20 Oktober 2017
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    "Bisnes": EBWE verschob Finanzierung des Projekts Sachalin-2

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    MOSKAU, 21. Juni (RIA Nowosti). Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) hat beschlossen, bei der Kreditvergabe für das Projekt Sachalin-2 eine Pause einzulegen, weil sich der Bau der Überland-Pipeline negativ auf die Ökologie der Region auswirken könnte, teilt die Wirtschaftstageszeitung „Bisnes" am Dienstag mit.

    Ökologische Konflikte sind für Sachalin-2 bereits typisch geworden. Im Laufe der letzten Jahre haben die „Grünen" einen regelrechten Krieg gegen Sakhalin Energy (SE), den Betreiber des Projekts, geführt. Der Grund dafür waren Grauwale, die im Roten Buch der vom Aussterben bedrohten Tiere eingetragen sind. Wie die Umweltschützer behaupteten, könnte ein Öl- und Gastransport über Pipelines, die auf dem Meeresgrund verlegt werden, an den „Weideplätzen" der Grauwale einen nicht wiedergutzumachenden Schaden anrichten.

    Als Folge erklärte SE im März, die Routen der Pipelines würden so geändert, dass diese „Weideplätze" umgangen werden. Nun behaupten die Ökologen, dass beim Bau der Ölfernleitungen, die über Land verlaufen, Flüsse zu Schaden kommen könnten, in denen sich Lachsfische vermehren.

    „Wir führen weiterhin erfolgreiche Verhandlungen mit der EBWE und einigen anderen Kreditinstituten", erklärte SE-Pressesekretär Iwan Tschernjachowski gegenüber der Zeitung. „Wir hoffen, dass diese Finanzierungsfrage bis zum Jahresende geregelt wird." Neben der EBWE verhandelt SE mit der Japanischen Bank für internationale Zusammenarbeit, mit der amerikanischen Eximbank und der britischen Agentur für Exportkreditgarantien. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit ausländischen Krediten in Höhe von fünf Milliarden Dollar.

    Andrej Gromadin, Analytiker der MDM-Bank, glaubt nicht, dass das auf 12 Milliarden Dollar geschätzte Sachalin-2-Projekt Probleme mit der Finanzierung haben werde. „Westliche Banken würden ein solches Projekt kaum ignorieren", meinte er. „Sachalin-2 wird recht bald Gas an asiatische Käufer liefern. Außerdem soll sich der Konzern Gasprom dem Projekt anschließen, der mit Shell Verhandlungen über den Tausch eines blockierenden Pakets im Sachalin-Projekt gegen 50 Prozent des Joint Ventures Sapoljarnoje-Neocom führt. Danach wird das Projekt praktisch risikolos."

    Der holländisch-britischen Gruppe Royal Dutch/Shell gehören 55 Prozent von Sakahlin Energy. Die japanischen Unternehmen Mitsui und Mitsubishi besitzen jeweils 25 und 20 Prozent.

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