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    Soziologen: Im postsowjetischen Raum kein Streben ins „gemeinsame Haus"

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    MOSKAU, 21. Juni (RIA Nowosti). Die Bürger der postsowjetischen Staaten sind ebenso wie die Westeuropäer, die gegen die Annahme der Verfassung der Europäischen Union stimmten, über die Integration enttäuscht.

    Diese Schlussfolgerungen verlautbarte das Konsortium Eurasischer Monitor, das die unabhängigen Gesellschaften Russlands, Weißrusslands, Kasachstans und der Ukraine - der Länder der „Vier" des Einheitlichen Wirtschaftsraums - vertritt, am Montag in der RIA Nowosti.

    „Das Fiasko der europäischen Verfassung ist eine Glocke, die nach beliebigen Integrationsprojekten läutet. Die Stimmungen im postsowjetischen Raum sind so wie in Westeuropa - die Integrationspläne der Politiker stützen sich nicht auf die Erwartungen der Bürger", sagte Valeri Fjodorow, Chef des Gesamtrussischen Meinungsforschungszentrums.

    „Eine große Gruppe von Einwohnern Russlands - 30 Prozent - möchte im eigenen Land leben, nur elf Prozent stimmen für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, 15 Prozent für den Einheitlichen Wirtschaftsraum und vierzehn Prozent für den Beitritt zum vereinten Europa.

    Die Einwohner Russlands empfinden Sehnsucht nur nach der UdSSR - 27 Prozent erklärten, dass sie wieder in der vereinigten Union leben möchten, wenngleich sie sich darüber klar sind, dass es nicht mehr gelingen werde, sie wieder aufzubauen.

    Die Integrationsstimmungen in Russland sind im Vergleich zu den anderen drei Staaten der „Vier" am schwächsten: 30 Prozent der Ukrainer möchten „im vereinigten Europa" leben, 27 Prozent der Kasachen - im Einheitlichen Wirtschaftsraum. Die Einwohner Weißrusslands teilten sich fast gleich (22 beziehungsweise 24 Prozent) in ihren Bestrebungen nach dem Westen, nach Europa, und nach dem Osten, nach dem Einheitlichen Wirtschaftsraum.

    „Diese Angaben widerlegen den Mythos, dass Russland der Antrieb der postsowjetischen Integration sei, die auf seinen imperialen Stimmungen basiere. Die Stimmungen der Einwohner Russlands sind einer Autarkie und einem Isolationismus näher", sagte Fjodorow.

    Übrigens hat entsprechend den Angaben der Befragung nur jeder vierte Einwohner Russlands etwas über den einheitlichen Wirtschaftsraum gehört.

    „Die Menschen interessieren sich in ihrer Mehrheit nicht für Integrationsideen - zu viele Worte sind zu diesem Thema gefallen, es gibt aber zu wenig spürbare Ergebnisse", meint Valeri Fjodorow.

    Außerdem befürchten sowohl die Einwohner Russlands und Weißrusslands als auch die Kasachstans und der Ukraine den Zustrom von Konkurrenten auf ihren Arbeitsmarkt. Außerdem stehen sie negativ zu der Möglichkeit, dass das Eigentum von Ausländern, sei es auch aus dem nahen Ausland, aufgekauft werde.

    Die Befragung wurde vom Konsortium Eurasischer Monitor, zu dem das Gesamtrussische Meinungsforschungszentrum und die russische Forschungsgruppe ZIRKON, das Donezker Informations- und Analysezentrum, das weißrussische Laboratorium Nowak und das Institut für soziale Vergleichsstudien (Kasachstan) gehören, in diesem April in vier Ländern des Einheitlichen Wirtschaftsraumes durchgeführt. Befragt wurden Gruppen von 1100 bis 2100 Personen, die verschiedene soziale Bevölkerungsschichten vertreten.

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