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    "Gaseta": Russisch-orthodoxe Kirche sucht nach Verbündeten vom Vatikan bis New York

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    MOSKAU, 23. Juni (RIA Nowosti). Die Russisch-orthodoxe Kirche hat in den letzten Tagen ihre Fähigkeit gezeigt, eine Einigung mit schwierigen Partnern - mit der Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland und den Katholiken - zu finden sowie Kontakte mit der einflussreichsten internationalen interkonfessionellen Vereinigung, dem Weltkirchenrat, zu bewahren, schreibt die Tageszeitung „Gaseta" am Donnerstag.

    Diese Woche wurden vier Aussöhnungsdokumente veröffentlicht, in denen ausführlich dargelegt wird, wie konkret die Probleme in den orthodoxen Kirchen in Russland und im Ausland aufgefasst werden. Dies fiel zeitlich mit den Moskau-Besuchen von Walter Kasper, Chefunterhändler zwischen der Russisch-orthodoxen Kirche und dem Vatikan, sowie einer Delegation des Weltkirchenrates zusammen. Metropolit Kirill, Chef der Abteilung der auswärtigen Kirchenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, erörterte mit Walter Kasper am Mittwoch das Problem der katholischen Aktivitäten in der Ukraine und in Russland.

    Hindernisse auf dem Weg zu einer Aussöhnung zwischen den orthodoxen Kirchen in Russland und im Ausland nach einer 80-jährigen Spaltung waren die Einstellung zur Erklärung von Metropolit Sergius von 1927 über die Anerkennung der Macht der Bolschewiken und die Teilnahme der Russisch-orthodoxen Kirche an den ökumenischen internationalen Organisationen. Wie es in den angenommenen Dokumenten heißt, ist der Verzicht der Kirche auf die Erklärung von 1927 bereits eine vollendete Tatsache, was „den Weg zu umfassenden brüderlichen Kontakten eröffnet".

    Was die ökumenischen Beziehungen der Russisch-orthodoxen Kirche anbelangt, so seien jetzt nach den Worten von Oberpriester Nikolai Balaschow, Sekretär für interorthodoxe Beziehungen des Moskauer Patriarchats, „die Grenzen und Bereiche einer begründeten und erwünschten Zusammenarbeit mit den Christen anderer Konfessionen festgelegt".

    Nach Ansicht von Experten widerspiegelt diese Diplomatie einen Kampf zwischen zwei Gruppen in der Kirche, der den Hintergrund der innerkirchlichen Politik bestimmt. „Für die katholische und die protestantische Ausrichtung der Politik der Russisch-orthodoxen Kirche wie auch für die Beziehungen mit den anderen kanonischen Kirchen bleibt weiterhin Metropolit Kirill zuständig", kommentierte Maxim Schewtschenko, Direktor des Zentrums für strategische Studien von Religion und Politik der modernen Welt. „Der Frieden mit der Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland ist dabei eine PR-Aktion, während die Handlungen der Abteilung für auswärtige Beziehungen des Moskauer Patriarchats eine reale Politik sind. Ein Zusammenschluss mit der Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland würde zu einer Aufnahme von Gegnern der Katholiken und der Ökumenisten, die im Interesse einer kleinen Gruppe um die Macht kämpfen, ins Episkopat führen. Metropolit Kirill arbeitet dagegen im Interesse der Kirche und Russlands."

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