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    "Itogi": Traditionen politischen Terrors könnten in Russland wiederentstehen

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    MOSKAU, 23. Juni (RIA Nowosti). Die linksradikalen Jugendlichen, Militärs a. D. und von der Macht benachteiligte Oppositionspolitiker sind eine explosive Mischung, die die revolutionäre Tradition des russischen politischen Terrors wiederbeleben könnte, schreibt das politisch-ökonomische Wochenmagazin „Itogi".

    Laut offiziellen Angaben, die vom Innenminister Raschid Nurgalijew veröffentlicht wurden, zählt Russland rund 5000 extremistisch gestimmte Bürger, die in rund 500 Gruppierungen vereint sind.

    Laut inoffiziellen Angaben allerdings, die von Offizieren der Sicherheitsbehörde FSB ernsthaft diskutiert werden, gibt es mindestens 25 000 solcher Bürger. Der größte Teil davon - bis zu 90 Prozent - sind Jugendliche beiden Geschlechts im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Es mangelt ihnen an Kenntnissen, sie brennen aber vor Rachsucht, ohne klar zu sehen, an wem und wofür sie sich rächen wollen. Große Mitverantwortung tragen dabei die älteren Genossen „Revolutionäre" aus dem Kreis der Oppositionspolitiker.

    Bedrohlich ist nicht die Tatsache, dass neun der zehn Mitglieder der extremistischen Organisationen Jugendliche sind, meinte ein Mitarbeiter der FSB-Einheit zur Bekämpfung des Terrorismus, der anonym bleiben wollte, sondern dass jeder zehnte ein Mensch mit gefestigter Weltanschauung ist, der zudem nicht selten auch Erfahrungen in Kampfhandlungen hinter sich hat. Diese Führungstypen, die mit ihrer Autorität und Kenntnissen andere anziehen, sind Organisatoren und Inspirateure.

    Gerade die geheimdienstliche Arbeit bleibt das Hauptmittel für die Aufdeckung beliebiger Verbrechen. Die Realität sieht aber so aus, dass die geschlossenen Gruppen mit einer strengen Hierarchie und Erfahrungen in der Konspiration das Einschleusen von Agenten praktisch unmöglich machen, sagte der FSB-Vertreter.

    Nicht verwunderlich deshalb, dass die Macht auf solche Operationen wie die Erstürmung eines Büros der Präsidentenadministration von Aktivisten der Nationalbolschewistischen Partei, den Anschlag auf den Chef der Stromholding RAO EES, Anatoli Tschubais, und die jüngste Sprengung des Zugs Grosny - Moskau (die Hauptversion der Ermittlung ist „national-extremistisch") nicht gefasst war. Je näher aber die parlaments- und die Präsidentenwahlen 2007 bzw. 2008 heranrücken, könnten die extremistischen Ausfälle bemerkbar häufiger auftreten, warnen einige Politiker und Experten.

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