00:21 25 Januar 2017
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    Lawrow: Die heutigen Herausforderungen einigen Russland und die USA mehr, als dass sie trennen

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    MOSKAU, 24. Juni (RIA Nowosti). Die Probleme und Herausforderungen der heutigen Welt vereinigen Russland und die USA weit mehr, als dass sie beide Länder auseinanderführen. Das erklärte der Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow in einem Interview für die belgische Zeitung „Libre Belgique".

    Auf die Frage nach der Zukunft der russisch-amerikanischen Beziehungen sagte der Außenminister, die Diskussionen über die „demokratische Komponente" dürfen kein Hindernis für die Entwicklung der russisch-amerikanischen Zusammenarbeit sein. „Wir haben viel zu viele gemeinsame Probleme, als dass wir es uns leisten könnten, uns zu streiten, weil wir interne Prozesse in unseren Ländern unterschiedlich beurteilen oder weil wir den Präsidenten durch direkte Abstimmung oder indirekt wählen", betonte der russische Minister.

    In Bezug auf die Prioritäten im antiterroristischen Kampf sagte Lawrow: „Diese Probleme werden für Russland und die USA keinesfalls bald ihre Bedeutung verlieren, im Gegenteil, sie werden noch wichtiger als nach dem 11. September 2001."

    Seinen Worten zufolge gehe die russisch-amerikanische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet „in die Tiefe", auf die Ebene von Experten der entsprechenden Dienste. Der Minister führte ein Beispiel an: Die Offiziere des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) Russlands seien mehrmals von ihren Kollegen aus dem FBI der USA nach Amerika eingeladen worden, um gemeinsame Untersuchungen in Fällen durchzuführen, die mit dem Terrorismus zusammenhängen. Vertreter des FSB der Russischen Föderation traten auch in amerikanischen Gerichten als Zeugen in solchen Fällen auf.

    „Es gibt einen Austausch von operativen Informationen, darunter über die Handlungen der Terroristen in Afghanistan, der Tschetschenischen Republik der Russischen Föderation und anderen Regionen der Welt."

    Nach Ansicht des Ministers werde das Gerede von einer „neuen Konkurrenzrunde" zwischen Russland und den USA „von Leuten verbreitet, die sich nach einem neuen Kalten Krieg zurücksehnen. Ich muss die Liebhaber einer solchen Nostalgie enttäuschen: Eine zweite Auflage des Kalten Krieges wird es nicht geben. Die Welt hat sich in den letzten zwanzig Jahren grundlegend verändert", konstatierte der Minister.

    Außerdem sagte er: „Die Logik der Bipolarität gehört der Vergangenheit an, die Logik des 21. Jahrhunderts ist die der gegenseitig abhängigen Wirtschaften, der Globalisierung in allen Lebensbereichen." Und weiter: „Die russisch-amerikanischen Beziehung sind längst kein ‚Nullsummenspiel' mehr, in dem der Gewinn der einen Seite automatisch den gleichgroßen Verlust der anderen Seite bedeutet."

    Wie der Minister weiter ausführte, beruht das russisch-amerikanische Zusammenwirken zurzeit auf der „Logik der gegenseitigen Abhängigkeit". „Deshalb werden sich die russisch-amerikanischen Beziehungen, trotz des recht komplizierten Hintergrunds unserer Kooperation, weiter entwickeln", sagte Lawrow abschließend.