06:20 23 Oktober 2017
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    Tschubais gesteht seinen Fehler beim Stromausfall im Mai in der Moskauer Region ein

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    MOSKAU‚ 24. Juni (RIA Nowosti). Der Chef der Aktiengesellschaft „EES Rossii", Anatoli Tschubais, gibt zu, dass der Energieausfall im Mai in der Moskauer Region geschah, weil er selbst und das Management der Aktiengesellschaft einen strategischen Fehler begangen haben.

    „Ich habe dem Direktorenrat der RAO ‚EES' unsere Einschätzung der Havarie zur Kenntnis gebracht. Und wir sind der Ansicht, dass es neben ernsten Beanstandungen der Arbeit des Personals und neben Problemen mit den veralteten Ausrüstungen auch einen strategischen Fehler des Managements der RAO ‚EES Rossii' und des Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft gegeben hatte", sagte der Präsident des größten Stromversorgers Russlands am Freitag vor Journalisten.

    Wie er weiter erläuterte, bestand der strategische Fehler darin, dass der Gewährleistung der Zuverlässigkeit des einheitlichen Energiesystems nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

    Um die Zuverlässigkeit des Energiesystems zu erhöhen, habe die Energieholding vorgeschlagen, „Korrekturen an den Zielen der Gesellschaft und an der Leitungstätigkeit der Gesellschaft vorzunehmen sowie die technische Komponente zu festigen, indem eine Reihe von Maßnahmen zur Modernisierung der Ausrüstungen eingeleitet werden soll", sagte Tschubais.

    Tschubais wies die Vermutungen zurück, wonach die Stromhavarie eine Folge der Reform der Elektroenergetik gewesen sei und die Havarie die Reform selbst stoppen würde.

    „Diese Schlüsse sind unbegründet", betonte der Chef der Energieholding.

    Auf die Frage nach der Möglichkeit einer solchen Stromhavarie in Zukunft sagte Tschubais: „Ich möchte das nicht verneinen."

    „Unsere Aufgabe ist es, die Wahrscheinlichkeit einer solchen Stromhavarie in Zukunft auf ein Minimum zu reduzieren", sagte der „EES"-Chef.

    Nach seiner Meinung sollte das Vertragsgericht den verursachten Schaden einschätzen.

    „Die Einschätzung des (durch die Energiekrise enstandenen) Schadens ist eine verantwortungsvolle Angelegenheit, die auch eine juristische Verantwortlichkeit hat. Daher sollte die Schadeneinschätzung vom Vertragsgericht vorgenommen werden", sagte Tschubais.

    Infolge der Havarie, die sich am 24. Mai im elektrischen Unterwerk „Tschagino" in Moskau ereignet hatte, wurde eine ganze Reihe elektrischer Unterwerke fächerartig abgeschaltet. In fünf Stadtbezirken der russischen Hauptstadt sowie in den Gebieten Moskau, Kaluga und Tula kam es zu einem zeitweiligen Stromausfall.

    Der Zugverkehr auf fünf Linien der Moskauer U-Bahn kam zum Erliegen, 43 Züge blieben in Tunnels stecken. Zwei Abwasserbelüftungswerke und drei Anlagen zur Regelung der Wasserversorgung waren ebenfalls abgeschaltet.

    Die Elektroenergieversorgung in 11 706 Gebäuden, darunter in 8 715 Wohnhäusern, 117 Kindergärten, 106 Schulen, drei Internatsschulen und 31 medizinischen Einrichtungen, war unterbrochen. Auf 656 Linien wurden die elektrischen oberirdischen Verkehrsmittel lahmgelegt, der Betrieb von 159 Fernsprechämtern war gestört.