02:41 20 Januar 2017
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    "Gaseta": Chef der russischen Luftstreitkräfte droht Terroristen mit Fernstreckenbombern

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    MOSKAU, 27. Juni (RIA Nowosti). Der Chef der Luftstreitkräfte Russlands, Armeegeneral Wladimir Michailow, hat versprochen, dass russische Fernstreckenbomber gezielte Schläge gegen Terroristenstützpunkte im Ausland unternehmen werden, berichtet die Tageszeitung „Gaseta" am Montag.

    „Wenn wir wissen, wo eine Terroristenbande steckt, sei es auch außerhalb Russlands, warum sollte diese nicht zerschlagen werden?" erklärte er bei einem Besuch des Regiments der strategischen Raketenträger Tu-160 in Engels (Gebiet Saratow im Wolgaland) am Sonnabend.

    „Der Kalte Krieg wurde unsererseits eingestellt", fügte er weiter aus. „Was aber die Amerikaner anbelangt, so ist dieser Kalte Krieg ihrerseits nicht eingestellt worden, wenn man berücksichtigt, was sie heute herstellen und womit sie sich bewaffnen."

    Im September 2001 hatte Verteidigungsminister Sergej Iwanow erklärt, Luftangriffe der Fliegerkräfte und Sondereinheiten gegen tschetschenische Terroristenstützpunkte in Georgien wären möglich. Kurz nach der Tragödie in Beslan im September 2004 drohte auch Armeegeneral Juri Balujewski, Chef des Generalstabs der russischen Armee, mit gezielten Bombenbangriffen gegen die Terroristenstützpunkte.

    Experten sind allerdings zuversichtlich, dass der Erklärung Michailows keine realen Handlungen folgen werden. „Beliebige Schläge gegen das Territorium eines anderen Staates, seien das gezielte oder massive, wären eine flagrante Verletzung des Völkerrechts", meinte Viktor Oserow, Vorsitzender des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates. „Wir werden nicht die Amerikaner nachahmen, die Irak und Serbien bombardierten."

    „Die Militärs begreifen die neue politische Realität und akzeptieren sie nicht. Sie sind bestrebt, auf das gewohnte Konfrontationsschema zurückzukommen", sagte Alexej Malaschenko, Professor des Moskauer Staatlichen Instituts für internationale Beziehungen. „Zugleich wollen sie sich selbst und ihre Wichtigkeit in Erinnerung rufen."