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    "Moskowski Komsomolez": Name von Putins Nachfolger wird frühestens 2007 bekannt

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    MOSKAU, 28. Juni (RIA Nowosti). Die Diskussion über einen möglichen Nachfolger von Präsident Wladimir Putin ist vor kurzem mit neuer Kraft entbrannt, stellt die Tageszeitung "Moskowski Komsomolez" am Dienstag fest. In den Vordergrund rückten Kandidaten wie Verteidigungsminister Sergej Iwanow und der neue Chef der AG „Russische Eisenbahnen" (RZD), Wladimir Jakunin. Nach Ansicht von Experten aber wird der Name des wirklichen Nachfolgers frühestens 2007 bekannt.

    „Weder Iwanow noch Jakunin gehören heute zu realen Kandidaten"; so der Politologe Stanislaw Belkowski. „Putin ist vorerst geneigt, die Vorsitzenden beider Parlamentskammern - Sergej Mironow und Boris Gryslow - als solche zu betrachten."

    Zugleich ist sich der Präsident seiner Ansicht nach bewusst, dass es in seinem Team vorerst keinen vollwertigen Nachfolger gibt im Sinne einer Führungsfigur, die fähig wäre, die gesamte Verantwortung für das Land zu übernehmen. Die Konzeption, wie die Machtkontinuität gewährleistet werden soll, ist im Kreml noch nicht durchgearbeitet worden. Höchstwahrscheinlich wird sie ein Jahr vor der Präsidentenwahlkampagne 2008 vorbereitet.

    Experten waren sich einig, dass der Kreml bei den künftigen Staatsduma-Wahlen 2007 auf die jetzige Partei der parlamentarischen Mehrheit, „Einheitliches Russland", setzen wird.

    „Wie die Umfragen zeigen, liegt die Kreml-orientierte Partei ‚Einheitliches Russland' vor anderen politischen Kräften", stellt Wjatscheslaw Nikonow, Präsident des Fonds „Politika", fest. „Ich sehe keine Gründe, warum Putin auf deren Unterstützung verzichten soll."

    Die absolut berechenbare und zuverlässige Liberaldemokratische Partei Russlands wird dabei nach Ansicht Belkowskis eine Satellitenpartei vom „Einheitlichen Russland" sein. Alle anderen politischen Konstruktionen, die anfangs als Kreml-Produkte galten, von der linkspatriotischen Partei „Rodina" (Heimat) bis zur Rentnerpartei wird die Präsidentenadministration niederschlagen. „Der Kreml hat panische Angst vor jeglicher Unberechenbarkeit und Selbständigkeit", so der Politologe. „Deshalb wird der unverbrüchliche Block der Partei ‚Einheitliches Russland' und der Liberaldemokraten von Wladimir Schirinowski die einzige Stütze Putins sein."

    Das Zentrum einer Konsolidierung der realen Opposition gegen Putin werden die linken und die linkspatriotischen Kräfte sein. Die USA würden dabei den Stärkeren unterstützen, der in der Lage ist, die Macht zu übernehmen und zu halten. Vorerst aber stellt Putin den Westen durchaus zufrieden, meinte er.

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