11:51 16 Januar 2017
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    Ein Russe, ehemaliger Gefangener auf dem Stützpunkt Guantanamo, verklagt die US-Regierung

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    MOSKAU, 28. Juni (RIA Nowosti). Der Bürger von Russland Ajrat Wachitow, der auf dem Stützpunkt Guantanamo festgehalten wurde, hat eine Klage gegen die Regierung der USA eingereicht. Wie Wachitow auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti berichtete, habe man die Gefangenen gefoltert. Sie wurden in etwa zwei Quadratmeter großen Käfigen gehalten, in denen es nur eine Sanitätsanlage und Pritschen gegeben habe. Duschen durften die Häftlinge zweimal pro Woche, auch der Spaziergang fand zweimal pro Woche statt und dauerte 15 Minuten.

    „Die Verpflegung war mehr oder weniger erträglich, obwohl wir an ihrer Qualität gewisse Zweifel hatten", erklärte Wachitow.

    Die schwerste Prüfung für die Häftlinge sei, sagte er, der Flug von Kandahar nach Kuba gewesen, denn für diese Zeit wurde allen Angeklagten, die in Afghanistan verhaftet worden waren, eine Brille, Masken und Ketten angelegt, von denen viele bis jetzt Narben und Schrammen behalten haben.

    „Viele wurden wegen des Sauerstoffmangels bewusstlos, einige haben während des Flugs den Verstand verloren", berichtete Wachitow.

    Wie er weiter erzählte, trugen die Folterungen im amerikanischen Gefängnis auf Kuba eher psychologischen Charakter. Man ließ die Häftlinge nicht schlafen, außerdem provozierten die Gefängnisaufseher die Moslems, indem sie den Koran beschimpften.

    „Vor unseren Augen wurde der Koran ins Klo geworfen. Solche Dinge gab es täglich, sie sollten bei den Häftlingen Proteste provozieren", sagte er.

    Das habe unter den Häftlingen Empörung ausgelöst, mehrmals sei es zu Massenmeutereien und -unruhen gekommen, sagte Wachitow. So seien im Sommer 2003 beinahe 300 Häftlinge gleichzeitig in einen Hungerstreik getreten.

    Wie der 27-jährige Wachitow, der der Imam der Hauptmoschee der Stadt Nabereschnyje Tschelny (Tatarstan) gewesen war, erzählte, hätten die Banditen aus der Islamischen Bewegung von Usbekistan ihn gewaltsam nach Afghanistan verschleppt.

    Dort wurde er, berichtete er weiter, der Beteiligung an der Tätigkeit der russischen Geheimdienste angeklagt und in ein Gefängnis gebracht. Nach dem Machtantritt der neuen afghanischen Regierung 2001 setzten die Mitarbeiter der amerikanischen Geheimdienste eine Belohnung für die Preisgabe von Ausländern aus; wie Wachitow behauptet, wurden für jeden ausländischen Häftling 5 000 Dollar gezahlt.

    Auf diese Weise geriet er im Sommer 2002 von Afghanistan aus auf den Stützpunkt Guantanamo und blieb dort bis Februar 2004, als er zusammen mit sechs weiteren russischen Bürgern an die Behörden Russlands ausgeliefert wurde.

    In Russland wurde Wachitow von allen Anklagen, am Terrorismus teilgenommen zu haben, freigesprochen.

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