02:06 17 Oktober 2017
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    Moskau geht von transparenter Parlamentsuntersuchung der Mai-Ereignisse in Usbekistan aus

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    DEN HAAG, 28. Juni (RIA Nowosti). Moskau geht davon aus, dass die Untersuchung der Ereignisse vom Mai in der usbekischen Stadt Andischan durch das Parlament Usbekistans transparent sein wird, erklärte der russische Außenminister, Sergej Lawrow.

    Nach offiziellen Angaben Usbekistans wurden in der Nacht vom 12. zum 13. Mai und im Verlauf des folgenden Tages im Gebiet Andischan und in der gleichnamigen Hauptstadt der Region mit einer Bevölkerung von 300 000 Einwohnern eine Reihe von Terroranschlägen und Überfälle von Banditen begangen, die Menschenopfer forderten. Die Gesamtzahl der Opfer beläuft sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Usbekistans auf 176 Tote und 295 Verwundete. (Nach Angaben unabhängiger Quellen könnte die Zahl der Toten bis zu 1000 betragen.) Aus Informationen des usbekischen Außenministeriums geht hervor, dass 79 Tote und 62 Verletzte den Terroristen zuzurechnen sind.

    Die Ermittler vertreten den Standpunkt, dass für die terroristischen Übergriffe internationale Terrororganisationen verantwortlich sind: die so genannte Islamische Bewegung Turkestans (ehemals Islamische Bewegung Usbekistans), die Hisb-ut-Tahrir al-Islami (Partei der Islamischen Befreiung) und einer ihrer örtlichen Flügel, Akramijlar.

    Moskau liegen Informationen vor, die der russische Verteidigungsminister, Sergej Iwanow, bekannt gegeben hat. Danach wurden die Tumulte in Usbekistan vom Territorium Afghanistans aus inspiriert.

    „Russland hält es für wichtig, dass eine Untersuchung stattfindet. Wir gehen davon aus, dass die Untersuchung der Ereignisse in Usbekistan durch das Parlament transparent sein wird", sagte der russische Außenminister, wobei er bekannt gab, dass das Thema auch bei dem heutigen Treffen mit dem Außenminister der Niederlande, Ben Bot, zur Sprache gebracht werde.

    Sergej Lawrow unterstrich, wie wichtig es ist, dass die parlamentarische Untersuchung mit dem Monitoring durch die Gruppe von den in Usbekistan akkreditierten Botschaftern einhergeht.

    „Wir halten die Zusammenarbeit (der Parlamentarier) mit den Botschaftern für einen wichtigen Schritt, und meinen, dass die Zusammensetzung der Gruppe erweitert werden könnte. Ihr könnten sich noch weitere Botschafter anschließen, die sich dazu bisher nicht entschlossen haben", sagte der Minister.

    „Es ist notwendig, dass die Untersuchung umfassend geführt wird, darunter auch zu den Umständen der Vorbereitung und der Realisierung der Aktionen", sagte Sergej Lawrow.

    Ben Bot stellte seinerseits fest, dass die Untersuchung der Ereignisse in Usbekistan unabhängig erfolgen müsse. „Das heißt, alle Fakten müssen ans Tageslicht gebracht werden", erklärte der niederländische Außenminister.