16:31 18 Oktober 2017
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    Russische Generalstaatsanwaltschaft: Ausländische Agenturen zur Vermittlung von Adoptionen verletzen oft russische Gesetze

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    MOSKAU, 28. Juni (RIA Nowosti). Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Russlands, Sergej Fridinski, verweist auf das große Ausmaß von Gesetzesverletzungen, die ausländische Agenturen zur Vermittlung von Adoptionen russischer Kinder begehen.

    „Ausländische Agenturen und ihre Vertreter, die auf diesem Gebiet (der Adoption) tätig sind, begehen oftmals Gesetzesverstöße", sagte er in einem Interview für Radio „Echo Moskwy".

    Fridinski fügte hinzu, dass insbesondere Vorfälle festgestellt wurden, bei denen Agenturen ohne eine Verlängerung der Zulassung und ohne Arbeitsverträge tätig waren. Außerdem gab es Verstöße gegen die Verordnung über die Erfassung adoptierter Kinder.

    „Wir arbeiten an dieser Frage nicht deshalb, weil wir die Adoption von Kindern durch Ausländer unterbinden wollen. Das Wesen der Angelegenheit besteht darin, dass wir Gesetzesverstößen Einhalt gebieten müssen", so Fridinski.

    „Wenn davon die Rede ist, dass die Generalstaatsanwaltschaft sich zur Schließung der Agenturen entschlossen habe und die Entsendung von Kindern zur Heilbehandlung im Ausland hintertreiben wolle, dann ist das rundum falsch. Die Generalstaatsanwaltschaft trifft keine Entscheidungen. Wir sind ein Organ, welches zur Aufsicht über die Einhaltung der Gesetze berufen ist. Diese Rolle, so sehe ich die Dinge, besteht darin, Gesetzesverletzungen zu ermitteln und zu unterbinden, sofern sie bestehen", fügte er hinzu.

    Der stellvertretende Generalstaatsanwalt stellte fest, dass in den letzten Jahren mehr Ausländer als Russen Kinder adoptierten. So waren es im Jahre 2004 etwa 9 000, die von Ausländern an Kindesstatt angenommen wurden, während in der gleichen Zeit nur 7 000 Kinder von Russen adoptiert wurden. Dieses Missverhältnis werde von Jahr zu Jahr größer, stellte er fest.

    Fridinski führte aus, dass Ausländer bei der Adoption oft gegenüber russischen Staatsbürgern bevorzugt werden.

    Wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt vermerkte, werden Kinder unter dem Deckmantel von Touristenreisen ohne die erforderlichen Dokumente ins Ausland verbracht und leben dann in ausländischen Familien.

    „Unter Verletzung unserer Gesetze können ausländische Anwärter auf eine Adoption auf diese Weise noch vor der offiziellen Erfassung für sich eines unserer Kinder auswählen. Das ist bei uns per Gesetz verboten, denn in Russland genießen einheimische Adoptionseltern ein Vorzugsrecht. Derartige Fälle gibt es jedoch", sagte Fridinski.

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