00:59 23 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Beresowski besuchte im Juni zweimal Georgien

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    TIFLIS, 28. Juni (RIA Nowosti). Der missliebige russische Oligarch Boris Beresowski hat in den letzten drei Wochen zweimal Georgien besucht und bei seinem Freund, dem Präsidenten des georgischen Unternehmerverbandes, Badri Patarkazischwili, zu Gast geweilt.

    Wie RIA Nowosti aus dem georgischen Grenzdepartement des Innenministeriums erfuhr, wies Beresowski bei der Einreise nach Georgien einen britischen Pass vor, der auf einen gewissen Platon Jelenin ausgestellt war.

    „Boris Beresowski war buchstäblich vor wenigen Tagen bereits zum zweiten Mal zusammen mit Patarkazischwili in den Kurort Ureki gekommen. Beide Männer besuchten zusammen eine Mittelschule, sprachen mit den Kindern und informierten sich über die technische Ausstattung der Schule", sagte Zissana Tschepchodse, stellvertretende Direktorin der Dorfschule Ureki.

    Nach der samtenen Revolution im November 2003 hatte Beresowski auf Einladung Patarkazischwilis mehrmals Georgien besucht.

    Die georgischen Behörden legen Beresowski keine Hindernisse in den Weg. Die Begründung: Georgien sei Unterzeichner der Genfer Konvention, die Beresowski als politischen Asylanten schütze.

    Der abtrünnige russische Oligarch steht unterdessen auf der internationaler Fahndungsliste. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte am 6. August 2002 gegen ihn und die beiden Ex-Chefs der Firma LogoVAZ Badri Patarkazischwili und Juli Dubow Ermittlungsverfahren eingeleitet. Am 15. Oktober 2002 wurde ein Haftbefehl gegen sie wegen schweren Diebstahls durch Betrug erteilt.

    Im Herbst 2003 gewährte Großbritannien Beresowski politisches Asyl. Seitdem hatte er mehrmals Georgien besucht. Am 3. Dezember 2003 kam er mit einem Pass, ausgestellt auf einen gewissen Platon Jelenin, nach Tiflis. Nach einem kurzen Gespräch mit Patarkazischwili flog er wieder ab.

    Im Dezember 2003 erklärte der damalige Befehlshaber des georgischen Grenzschutzes, Generalleutnant Valeri Tschchehidse, seine Untergebenen hätten ihn über Beresowski-Besuch falsch informiert. „Sollte Beresowski wieder kommen, wird er an der Grenze durch die georgischen Grenzer festgenommen und den zuständigen Organen - dem Innenministerium oder der Staatsanwaltschaft - überstellt. Diese werden dann eine entsprechende Entscheidung fällen", versprach Tschchehidse im Dezember 2003.

    Seitdem ist Beresowski noch einige Male ungehindert nach Georgien gereist.