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    Reaktor ITER - von Moskau vor 20 Jahren initiiertes Projekt

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    MOSKAU, 28. Juni /RIA Nowosti/. Das Projekt zur Entwicklung des internationalen thermonuklearen Forschungsreaktors ITER, der in Cadarache in Südfrankreich gebaut werden soll, wurde von Moskau bereits vor zwei Jahrzehnten initiiert. Beim Genfer Gipfeltreffen im November 1985 hatte die Sowjetunion vorgeschlagen, unter Teilnahme der vier Seiten, die bei der Erforschung der themonuklearen Reaktion am weitesten fortgeschritten waren: UdSSR, USA, Europa und Japan, den Reaktor Tokamak zu entwickeln.

    Tokamak (Abbreviatur aus den ersten Silben der Schlüsselworte - Tor, Kammer, Magnet) ist eine toroidale Kammer, in der erhitztes Plasma, eine Berührung mit dem kein Stoff aushalten kann, durch ein sehr starkes Magnetfeld eingeschlossen ist. In dem Plasma erfolgt die thermonukleare Synthese der Kerne der Wasserstoffisotope - Deuterium und Tritium.

    Der erste Tokamak in der Welt wurde 1955 in Moskau entwickelt und diese Forschungen wurden im Verlaufe von fünfzehn Jahren nur in der Sowjetunion durchgeführt.

    Die thermonukleare Synthese gilt als eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle. Bisher gelang es den Menschen nur, diese Energie in der Wasserstoffbombe zu benutzen. In der Natur erfolgt diese Synthesereaktion im Inneren der Sterne. Sie ist die Energiequelle der Sonne.

    Um die Möglichkeit zur Schaffung eines thermonuklearen Kraftwerks nachzuweisen, wurde gerade das Projekt des internationalen thermonuklearen Forschungsreaktors unter der Bezeichnung ITER (aus dem lateinischen übersetzt, bedeutet das „der Weg") ausgearbeitet.

    Das Projekt, an dem sich Russland, die USA, Japan, China, die Republik Korea und die Europäische Union beteiligen, ist seit langem schon fertig, aber seine Teilnehmer konnten nicht zu einer einheitlichen Meinung über den Bauort des internationalen Reaktors kommen. Die Hauptanwärter waren Cadarache in Südfrankreich und Rokkasho in Japan. Frankreich wurde von Russland und China, Japan von den USA und Korea unterstützt.

    „Wir haben diese Frage zu sehr in die Länge gezogen. Sie hätte schon vor drei Jahren gelöst werden können", sagte früher Jewgeni Welichow, der zur Leitung des internationalen Projektes gehört, gegenüber RIA Nowosti.

    Die Wissenschaftler betrachten die Betriebssicherheit des thermonuklearen Kraftwerkes als einen seiner Vorteile im Vergleich zu den KKWs. Wie der russische Physiker Akademiemitglied Wladimir Fortow sagte, kann ein solches Kraftwerk sogar in einem dicht besiedelten Gebiet gebaut werden. Unter seinen Vorzügen hob er auch die Tatsache hervor, dass es für Terroristen nicht anziehend ist. In einem solchen Kraftwerk gibt es nämlich keine Kernstoffe, als Brennstoff für es dient der unschädliche Wasserstoff.

    Am Montag wurde erklärt, dass der internationale thermonukleare Versuchsreaktor in Frankreich gebaut werden soll. Davon ist in der in Moskau beim Ministertreffen der Teilnehmerländer des Projektes angenommen Deklaration die Rede.