21:14 22 Januar 2017
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    Zusammenfassung: Aktion in Andischan wurde außerhalb Usbekistans sehr lange vorbereitet

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    NOWO-OGARJOWO, 29. Juni (RIA Nowosti). Die Aktion gegen Usbekistan in Andischan war über eine lange Zeit vorbereitet und wegen der unabhängigen Politik von Taschkent durchgeführt worden, erklärte der Präsident Usbekistans, Islam Karimow, am Dienstagabend bei einem Treffen mit dem Präsidenten Russlands, Wladimir Putin.

    "Wir haben hinreichend Fakten, die bekräftigen, dass diese Operation im Laufe von einigen Monaten und vielleicht auch einigen Jahren vorbereitet wurde", sagte Karimow. Ihm zufolge machen heute die festgenommenen Teilnehmer der Ereignisse in Andischan Aussagen. Sie hatten eine umfassende militärische Ausbildung außerhalb Usbekistans absolviert. Barbijew, einer der Leiter der Aktion, und seine Komplicen verstecken sich in Kirgisien.

    "Die Szenaristen und Regisseure benutzten jene religiösen, extremistischen und radikalen Kräfte, die sie selbst einst als Terroristen und Extremisten bezeichnet hatten, gegen die in Afghanistan gekämpft wurde und in Irak heute so erfolgreich gekämpft wird", sagte Karimow.

    Nach seinen Worten werde ein öffentliches Gericht über die Teilnehmer der Ereignisse in Andischan in einigen Monaten stattfinden. "Das Gericht und nur es wird über alles entscheiden, was geschehen war."

    Der Präsident Usbekistans fügte hinzu, dass dem Gericht alle, die das wollen, darunter auch US-Kongressabgeordnete und Menschenrechtler, beiwohnen können, die "so rücksichtslos über die Tragödie in Andischan gesprochen hatten".

    Karimow bekräftigte, er sei gegen eine internationale Untersuchung der Ereignisse in Andischan.

    "Jegliche internationale Kommission, für die Herren aus anderen Ländern plädieren, würde den Akzent darauf setzen, dass in dem Kampf friedliche Einwohner zu Opfern wurden, was die Regierung Usbekistans zu verantworten hat, wie immer sie auch ihre Handlungen gegen die Extremisten begründen mag", sagte Karimow.

    Ihm zufolge würde das in erster Linie im US-Kongress, im Europäischen Parlament und in der NATO besprochen. "Und natürlich würde die ‚empörte demokratische Gemeinschaft' Europas fordern, dass die Regierung und die Führung Usbekistans für jene schuldlosen Opfer die Verantwortung tragen müsse", sagte Karimow.

    Seiner Meinung nach war es unmöglich, Opfer in der Stadt zu vermeiden, wo eine solche Menge von Waffen geraubt und 600 Verbrecher aus dem Gefängnis freigelassen wurden.

    Dabei betonte Karimow, dass die meisten westlichen Journalisten einige Tage vor dem Überfall auf die Stadt in Andischan eintrafen, um informelle Begleitung der Aktion vorzubereiten. "Die Informationsattacke auf Usbekistan wurde vor dem Beginn der Operation vorgenommen", sagte er.

    Karimow machte darauf aufmerksam, dass schon in der ersten Zeit nach den Ereignissen in Andischan eine Zahl von 600 bis 800 Toten genannt worden war, die sich in der Folgezeit nicht bestätigte.

    "Jene, die all das angezettelt hatten, realisierten ein Szenarium, das in jedem Fall für Usbekistan ungünstig war", unterstrich Karimow.

    "Was geschehen war, ist der Schmerz des usbekischen Volkes, der Schmerz, der schwer zu überstehen ist", sagte der usbekische Präsident.

    "Was sich in Andischan ereignet hatte, darf man nicht außerhalb des Kontextes jener bedeutsamen Ereignisse betrachten, die sich um uns in der Welt und im postsowjetischen Raum abspielen", meint Karimow.

    Er erinnerte daran, dass sich das Fergana-Tal an der Nahtstelle von drei Republiken befinde und im Grunde eine Enklave sei. "Diese Enklave sollte sich vereinigen und eine große, entscheidende Rolle im Plan der Szenaristen spielen, die all das organisiert hatten", unterstrich Karimow.

    Der Präsident Usbekistans meint, dass die Aktion in Andischan im Zusammenhang damit vorgenommen wurde, dass Usbekistan auf eine Annäherung mit der NATO nicht eingehe. "Aus irgendwelchem Grunde sind sie daran interessiert, dass wir NATO-Mitglied werden. Wir leben in Asien. Die NATO ist ein Nordatlantikblock, der in keiner Beziehung zu Asien steht. Aber alle wurden darauf aufmerksam, mit welcher Beharrlichkeit diese Allianz nach Transkaukasien vorrückt und versucht, ihre Präsenz in Zentralasien zu verstärken", sagte er.

    Beim Treffen mit Wladimir Putin berichtete Islam Karimow ausführlich darüber, was sich in Andischan in der Nacht vom 12. zum 13. Mai ereignet hatte.

    Der Präsident Russlands brachte Genugtuung darüber zum Ausdruck, dass die Situation in Usbekistan kontrolliert wird.

    Putin sagte, dass Russland Informationen über das Eindringen von Extremisten aus Afghanistan hatte und die Kollegen aus jenen Ländern warnte, wo sich die Extremisten konzentrierten.

    "Unsere Geheimdienste bestätigen das", fügte der russische Staatschef hinzu.

    Nach Angaben der usbekischen Seite wurde in der Nacht vom 12. zum 13. Mai und im Laufe des nächsten Tages eine Reihe von Terrorakten und Banditenüberfällen verübt, die zu Menschenopfern führten. Die Gesamtzahl der Toten machte 176 Personen und der Verletzten 295 Personen aus. Nach Angaben des usbekischen Außenministeriums waren 79 Tote und 62 Verletzte Terroristen.

    Nach Meinung der Ermittler wurden für die Verwirklichung des terroristischen Überfalls solche internationalen terroristischen Organisationen wie die Islamische Bewegung Turkestans (früher Islamische Bewegung Usbekistans), Hizb-ul-Tahrir und ihre Abteilung Akramiya genutzt.