21:14 22 Januar 2017
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    Moskau war über Unruhen in Usbekistan im Voraus informiert

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    MOSKAU, 29. Juni (RIA Nowosti). Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat bestätigt, russische Geheimdienste hätten über die Planung der Mai-Unruhen in Andischan, der viertgrößten Stadt Usbekistans, im Voraus Bescheid gewusst.

    „Wir waren wirklich über einige Details informiert", gestand Iwanow am Mittwoch in einem Gespräch mit Usbekistans Präsident Islam Karimow.

    Karimow behauptete seinerseits, dass die Informationsoffensive der internationalen Medien gegen Usbekistan lange vor den Ereignissen in Andischan vorbereitet worden sei. Alles, was sich in Andischan ereignete, war eine gut durchdachte Aktion, betonte der usbekische Staatschef.

    Ausländische Journalisten waren noch einige Tage vor den Unruhen in großen Gruppen in Usbekistan eingetroffen. Diejenigen, denen das usbekische Außenamt die Akkreditierung verweigerte, reisten aus dem nahe gelegenen kirgisischen Osch in Andischan an, um ihre „aktuellen Reports" im Voraus vorzubereiten, erzählte Karinow.

    Seinen Worten nach war die Operation von Anfang bis Ende genau durchdacht. „Zuerst eine angeblich friedliche Demonstration, eine kleine Revolte organisieren, die unvermeidlich Opfer unter der Bevölkerung fordert, dann der Staatsregierung die Schuld an den Unruhen geben", äußerte er.

    Wie Karimow weiter mitteilte, hätten einige „friedliche Demonstranten", die bei den Unruhen gefasst worden waren, bestätigt, dass es keine Spontandemonstration gewesen war, sondern sie war im südlichen Kirgisien und in Afghanistan vorausgeplant worden.

    Karimow dankte dem russischen Verteidigungsminister dafür, dass dieser „als einer der ersten einen objektiven Standpunkt zu den Geschehnissen in Andischan" geäußert habe. Bei der Planung seiner Russland-Reise hätte er extra um ein Treffen mit Iwanow gebeten, sagte der usbekische Präsident.

    Bei den Unruhen in Andischan Mitte Mai sind laut usbekischen Behörden 176 Menschen, darunter 79 Terroristen, ums Leben gekommen. 295 Personen, darunter 62 Terroristen, wurden verletzt.