05:43 18 Oktober 2017
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    Experten über die Zukunft der Schanghaier Kooperationsorganisation

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    MOSKAU, 29. Juni (RIA Nowosti). Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) kann sich künftig in eine transregionale Struktur verwandeln, die Probleme der Innen- und Außensicherheit löst. Diese Meinung vertrat Generaloberst Leonid Iwaschow, Vizepräsident der Akademie für geopolitische Probleme, am Mittwoch bei RIA Nowosti auf einer Rund-Tisch-Konferenz anlässlich des für Anfang Juli geplanten SOZ-Gipfels in der kasachischen Hauptstadt Astana.

    Das Ziel der SOZ bestehe in der Gewährleistung der Sicherheit in der Region, erinnerte Iwaschow. „Dass die Organisation ihre Funktionen ausweitet, ist also eine positive Erscheinung", bemerkte er.

    Ihm zufolge habe Russland Indien und dem Iran vorgeschlagen, als Beobachter der Organisation beizutreten. „China beharrt auf Pakistan", ergänzte Iwaschow.

    Was die Etablierung eines vollwertigen Militärbündnisses angehe, so sei das nicht beabsichtigt, erklärte er weiter.

    „Bei der SOZ handelt es sich um ein geopolitisches Bündnis ähnlich denkender Staaten. Es gibt zwar eine militärische Komponente, doch sie wird nie dominieren", betonte Generaloberst Iwaschow.

    Heute gebe es in der Region „kaum eine Kraft", der ein vollwertiges Militärbündnis entgegengesetzt werden müsse, sagte Iwaschow. Um gegen die bestehenden regionalen Probleme wie Drogenhandel und Terrorismus zu kämpfen, brauche man ja kein Militärbündnis, erläuterte er.

    Der Direktor des Instituts für politische Studien, Sergej Markow, betonte seinerseits, dass zu den Aufgaben der SOZ vor allem die Bekämpfung des Drogenhandels und des radikalen Islamismus gehöre. Außerdem müsse die Organisation für Stabilität in den Mitgliedstaaten sorgen und deren Wirtschaftskooperation fördern.

    Der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit gehören Russland, Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan, Tadschikistan und China an. Beim anstehenden SOZ-Gipfel in Astana werden Iran, Indien und Pakistan voraussichtlich einen Beobachterstatus erhalten.