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    Finanzminister Kudrin: Regierung strebt nach schrittweiser Eindämmung der Inflation

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    MOSKAU, 29. Juni (RIA Nowosti). Die Regierung Russlands hat sich die Aufgabe gestellt, den Rubel gemäßigt zu festigen und die Inflation schrittweise einzudämmen. Das sagte Finanzminister Alexej Kudrin am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern großer westlicher Investmentgesellschaften in Moskau. Vertreter von 13 großen Investmenthäusern halten sich auf Einladung der Außenhandelsbank (Vneshtorgbank) in Russland auf.

    2006 solle die Inflation nach seinen Worten bei acht Prozent und 2008 bei höchstens 5,5 Prozent liegen. Für dieses Jahr prognostizieren Experten eine Teuerungsrate von zehn Prozent. Zudem arbeite die Regierung auf eine umfassende Liberalisierung des Valutaregimes hin.

    Kudrin erinnerte daran, dass Russland in den nächsten Jahren seine Wirtschaft im Schnitt um 5,5 bis 6,0 Prozent wird wachsen lassen. „Das wird zur Schaffung eines günstigen Investitionsklimas beitragen und vor allem dank stabiler und berechenbarer makroökonomischer Eckwerte möglich sein."

    Eine weitere Priorität sei auch der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO), was auch für Investoren wichtig sei. „Wir möchten, dass beliebige russische Erzeugnisse Zugang zu Weltmärkten hätten. Deshalb werden wir nach dem Beitritt alle WTO-Gesetze strikt einhalten", fuhr Kudrin fort.

    Der Minister ging ferner auf das Problem einer starken Zufuhr von Devisen ins Land infolge anhaltend hoher Ölpreise an internationalen Märkten wie auch auf die Rolle ein, die der Stabilitätsfonds bei der Behandlung der „holländischen Krankheit" spielt. (Derzeit sind im Stabilitätsfonds mehr als 700 Milliarden Rubel bzw. 20 Milliarden Euro akkumuliert.)

    Das Schema einer vorzeitigen Tilgung der besonders teuren Außenschulden Russlands, so beim Pariser Club der Gläubigerländer, ist nach Ansicht Kudrins ein richtiger Modus für die Nutzung von Mitteln des Stabilitätsfonds. Das werde das Wirtschaftswachstum im Lande anspornen und zusätzliche Einnahmen in Form eingesparter Zinszahlungen ermöglichen.

    Der Minister erinnerte daran, dass die Verbindlichkeiten Russlands zu Beginn dieses Jahres bei knapp 100 Milliarden Dollar gelegen hatten. Es lohne sich, diese Summe zu verringern. Allein an Zinsen könnte Russland von einer bis eineinhalb Milliarden Dollar im Jahr einsparen.

    Kudrin informierte seine Gesprächspartner über soziale und wirtschaftliche Reformen im Lande, so über die Renten-, die Bank- und die Steuerreform, aber auch über Probleme der Regulierung des Effektenmarktes und der Ersetzung von Vergünstigungen durch Geldleistungen.