00:13 19 Oktober 2017
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    "Nesawissimaja Gaseta": Usbekistan bereit, Präsenz russischer Militärs auf seinem Territorium zu gestatten

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    MOSKAU, 30. Juni (RIA Nowosti). Usbekistan könnte sein Territorium für die Stationierung russischer Militärs im Falle einer Destabilisierung der Situation in Zentralasien bereitstellen. Das ist das Hauptergebnis des am Mittwoch zu Ende gegangenen Moskau-Besuchs des usbekischen Präsidenten Islam Karimow, schreibt die Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Der Besuch Karimows fand in einer halboffiziellen Atmosphäre statt. Wladimir Putin empfing den usbekischen Kollegen in seiner Vorstadtresidenz und nicht im Kreml. Das Treffen verlief ohne spekulative politische Erklärungen und ohne Unterzeichnung von Dokumenten.

    Ein besonders wichtiges Dokument unterzeichneten die Seiten dennoch während eines Treffens Karimows mit Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow.

    Auf Initiative der russischen Seite wurde über die Stationierung eines russischen Militärstützpunkts auf dem Territorium Usbekistans gesprochen. Moskau ist an einem engeren militärischen Zusammenwirken mit Taschkent als bloß an der Modernisierung von Waffen und Militärtechnik für Usbekistan interessiert.

    Mit der Frage nach einer russischen militärischen Präsenz wurde Karimow in Verlegenheit gebracht. Er wich einer direkten Antwort aus und erklärte lediglich, Usbekistan sei vorerst zu einer ständigen Stationierung eines russischen Militärkontingents nicht bereit.

    Dennoch versprach der usbekische Staatschef, er könnte Russland im Falle einer Zuspitzung der politischen Situation in Zentralasien rund zehn Flugplätze bereitstellen, erfuhr die Zeitung aus einer gut informierten anonymen Quelle im Verteidigungsamt. Bei den Verhandlungen wurde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

    Zugleich wäre das offizielle Taschkent laut einigen Angaben bereit, das 25-jährige Abkommen zu revidieren, das mit den USA über die Benutzung des Militärstützpunkts Chanabad geschlossen wurde. Damit beschloss Usbekistan endgültig einen Wechsel in der Richtung seiner Außenpolitik und wandte sich wieder Russland zu, schreibt die Zeitung. Nun kann Usbekistan zum wichtigsten Bollwerk Russlands in Zentralasien werden.

    Außerdem hat das Repräsentantenhaus des USA-Kongresses am Vortag Usbekistan aus dem Programm der militärischen Finanzierung im Ausland gestrichen. Nun wird sich Taschkent hauptsächlich auf die wirtschaftliche und militärische Hilfe Moskaus stützen müssen, stellt die „Nesawissimaja Gaseta" fest.