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    Dokument zu Abschaffung von Militärlehrstühlen an Hochschulen Russlands bislang nicht in Regierung eingebracht

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    MOSKAU, 30. Juni (RIA Nowosti). Ein vom Verteidigungsministerium Russlands erstelltes Dokument über die Abschaffung von Militärlehrstühlen an Hochschulen ist in der Regierung bislang nicht eingebracht worden. Das erfuhr RIA Nowosti am Donnerstag aus Quellen im russischen Kabinett.

    „Nach uns vorliegenden Informationen war die Abschaffung von Militärlehrstühlen auf der Ebene der föderalen Exekutivorgane diskutiert worden. Aber bislang wurden der Regierung keine Entwürfe der diesbezüglichen Entscheidungen vorgelegt", sagte ein Regierungssprecher.

    Zuvor hatte die Regierung mitgeteilt, dass keinerlei Beschlüsse über die Abschaffung von Militärlehrstühlen an Hochschulen gefasst wurden.

    Am Donnerstag hatte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums eine Erklärung abgegeben, die eine stürmische Reaktion in der Gesellschaft auslöste. Nikolai Pankow teilte mit, er habe an zivile Hochschulen die Anweisung erteilt, an den Militärlehrstühlen keine Studenten zu immatrikulieren. „Die Realitäten von heute wie auch die Struktur und die Personalstärke der russischen Streitkräfte gestatten es, eine kompaktere und billigere Methode zur Ausbildung von Reserveoffizieren anzuwenden", sagte der Ministeriumssprecher.

    „Ein junger Mann leistet nach der Absolvierung einer Hochschule seinen Wehrdienst im Laufe eines Jahres ab und wird zum Reserveoffizier." Zugleich teilte Pankow mit, dass die Militärlehrstühle an 30 bis 35 Hochschulen erhalten bleiben, um Studenten wissenschaftsintensive Militärfächer beizubringen."

    „An diesen Hochschulen wird ein anderer Studienmodus angewendet. Jeder Student, der Militärdisziplinen studiert, schließt einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium ab. Nach der Absolvierung der Hochschule hat er dann einen dreijährigen Wehrdienst als Offizier abzuleisten", sagte Pankow.

    In einer Stellungnahme zur Absicht des Verteidigungsministeriums, Militärlehrstühle abzuschaffen, sagte Bildungs- und Forschungsminister Andrej Furssenko: „Wir sollten die Militärlehrstühle nicht als eine Methode zur Verweigerung des Wehrdienstes, sondern als einen Weg zur Ausbildung von Offizieren betrachten." Dabei sprach sich der Minister dafür aus, dass der Aufschub des Wehrdienstes um die Zeit des Studiums erhalten bleibt. „Wir sind dafür, dass Studenten nicht in die Armee einberufen werden. Das Studium darf nicht durch den Wehrdienst unterbrochen werden, auch wenn er nur ein Jahr lang ist", sagte Furssenko am Donnerstag in Moskau.

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