05:29 23 Januar 2017
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    "Wedomosti": Neuer Satellit für Erdbeobachtung in Russland entwickelt

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    MOSKAU, 01. Juli (RIA Nowosti). Das „Chrunitschew"-Zentrum für die Produktion von Weltraumtechnik hat am Donnerstag die Herstellung des ersten russischen optischen Satelliten für die Erdbeobachtung, „Monitor-E", bekannt gegeben. Der Apparat, der am 18. August gestartet werden soll, wird helfen, nach Bodenschätzen zu suchen und antiterroristische Operationen vorzunehmen, berichtet die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" am Freitag.

    Der Satellit wiegt 750 Kilogramm und ist mit zwei Kameras mit einer Auflösung von jeweils acht und zwanzig Metern ausgerüstet. Er soll mit einer Rakete der leichten Klasse „Rokot" in die Umlaufbahn gebracht werden. Derzeit wird der Apparat in einem Spezialcontainer zum Kosmodrom Plessezk transportiert.

    Das Flugleitzentrum für den Sputnik wird demnächst der Bestimmung übergeben, teilte Alexander Medwedew, Generaldirektor des „Chrunitschew"-Zentrums, mit.

    Den Apparat benötigen viele russische Institutionen, führte er weiter aus. Das Ministerium für Naturressourcen braucht ihn für die Suche nach Bodenschätzen, für die Umweltkontrolle, für die Verhinderung von Waldbränden und die Ermittlung von Abholzzonen. Gegenwärtig werden diese Aufnahmen im Ausland gekauft.

    Konstantin Krejdenko, Pressesekretär der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, die das Projekt finanziert hatte, teilte gegenüber der Zeitung mit, dass die Behörde Informationen gesammelt hatte, welche Daten Staatsinstitutionen brauchen. Das wurde vom „Chrunitschew"-Zentrum bei der Entwicklung des Sputniks berücksichtigt. Nach seinen Worten kann „Monitor-E" auch bei antiterroristischen Operationen effektiv angewandt werden.

    70 Prozent der Ressourcen des Satelliten wird Roskosmos staatlichen Kunden anbieten, die restlichen 30 Prozent wird das „Chrunitschew"-Zentrum für kommerzielle Zwecke gebrauchen können.

    Nach Ansicht von Experten kann das Zentrum die Dienstleistungen des Satelliten an die GUS-Länder sowie an größere Unternehmen günstig verkaufen, die diese Daten bei der Ermittlung von Stellen für den Bau ihrer Objekte brauchen würden.

    Die Ausgaben für die Entwicklung und den Start des Sputniks werden auf 100 bis 140 Millionen Dollar geschätzt. Später will das „Chrunitschew"-Zentrum weitere sechs Sputniks starten und damit ein ganzes System der Fernsondierung der Erde schaffen. Nach Einschätzung des Zentrums werden für das ganze Projekt rund eine Milliarde Dollar erforderlich sein.

    Das „Chrunitschew"-Zentrum ist das führende Unternehmen der militärischen Weltraumbranche und eines der größten Unternehmen des russischen militärisch-industriellen Komplexes. Es stellt Trägerraketen, Orbitalstationen und Weltraummodule her und übernimmt Starts von Sputniks sowie Teilen von Orbitalstationen her.