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    Gasprom sichert sich Unterstützung der türkischen Regierung

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    MOSKAU, 1. Juli (RIA Nowosti). Der größte russische Gaskonzern, Gasprom, hat sich die Unterstützung durch die türkische Regierung bei der Kooperation mit türkischen Unternehmen und bei der Bereitstellung von Investitionen gesichert. Diese Absicht der türkischen Führung wurde am Freitag bei einer Unterredung zwischen dem Gasprom-Vorstandschef Alexej Miller und dem türkischen Minister für Energie und Naturressourcen, Mehmet Hilmi Güler, bekräftigt, teilte Gasprom mit.

    Die türkische Führung wolle auch in der Zukunft zur Schaffung günstiger Bedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Gasprom und türkischen Energieunternehmen bei Gaslieferungen und im Investitionsbereich beitragen, sagte der Minister bei dem Treffen an Bord der Yacht "Olympia". Die Yacht gehört der Gasprom-Tochter Gasprombank und wird für Empfänge auf hoher Ebene genutzt.

    Güler und Miller erörterten Stand und Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Gasprom und dem türkischen Pipeline-Unternehmen Botas in Übereinstimmung mit einem im Dezember vergangenen Jahres unterzeichneten Memorandum. Miller sagte, Gasprom plane eine beachtliche Steigerung der Gasexporte nach Europa und betreibe eine aktive Politik zur Diversifizierung der Transportrouten. In diesem Zusammenhang erörterten die Seiten aussichtsreiche Projekte zur Lieferung von russischem Gas an Länder des Nahen Ostens sowie Zentral- und Südeuropas durch das türkische Gebiet.

    Eines der wichtigen Themen der Unterredung war die Teilnahme von Gasprom und Botas an der Erweiterung von Untergrundgasspeichern (UGS) in der Türkei. Festgestellt wurde, dass die Prozesse zur Liberalisierung des türkischen Gasmarktes gute Möglichkeiten für Gasprom zur Förderung neuer Formen der Zusammenarbeit schaffen. Es handele sich unter anderem um Direktlieferungen von russischem Gas an Endverbraucher.

    Russland und die Türkei hatten ihre Kooperation in der Gasindustrie 1984 aufgenommen, als die Regierungen der Türkischen Republik und der damaligen Sowjetunion ein Abkommen über Gaslieferungen an Ankara unterzeichnet hatten. Seit Lieferbeginn bis Ende 2004 bezog die Türkei 120,7 Milliarden Kubikmeter Gas, das über zwei Pipelines gepumpt wird - Transbalkan-Pipeline und "Blauer Strom" (auf dem Grund des Schwarzen Meeres). Mit jedem Jahr nimmt der russische Gasexport an die Türkei zu. So wuchsen der Export von russischem Gas an Ankara 2004 um fast 13 Prozent auf 14,5 Milliarden Kubikmeter.

    Botas hat beim Import von Erdgas eine Monopolstellung in der Türkei. Das Unternehmen ist auf die Förderung und den Transport von Öl und Gas wie auch auf Lieferungen von Energieträgern an Endverbraucher spezialisiert. Gemäß einem 2002 in der Türkei angenommenen Gesetz über die Liberalisierung des Gasmarktes hat Botas einen Teil der Verträge über die Einfuhr von Naturressourcen auf Wettbewerbsgrundlage an andere Energiekonzerne abzutreten.

    Am 6. Dezember 2004 unterzeichneten Gasprom und Botas ein Memorandum über die Entwicklung der Zusammenarbeit in der Gasindustrie. Das Dokument sieht direkte Gaslieferungen oder Transporte via Tochterunternehmen an Endverbraucher wie auch die Teilnahme beider Konzerne an Projekten zur Gasversorgung, Gasverteilung und zum Ausbau von Untergrundgasspeichern und der Kapazitäten der Gasindustrie auf dem Territorium der Türkei vor.