00:55 23 Oktober 2017
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    "Nowyje Iswestija": Ukraine und Moldawien blockieren Transnistrien

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    MOSKAU, 04. Juli (RIA Nowosti). Bis Ende der Woche werden moldauisch-ukrainische Grenz- und Zollposten an der Grenze Transnistriens (nicht anerkannte Republik in Moldawien) errichtet. Für Transnistrien wird dies eine absolute Wirtschaftsblockade bedeuten, teilt die Tageszeitung „Nowyje Iswestija" am Montag mit.

    Seit 1992 wird das Territorium Transnistriens weitgehend von Friedentruppen kontrolliert, in denen Russland die Hauptrolle spielt. Russland beeilt sich nicht mit dem Abzug und begründet das mit der Unnachgiebigkeit der Behörden Transnistriens (Tiraspol blockiert den Abtransport der russischen Militärgüter) und, zweitens, mit dem Schutz der Interessen seiner Landsleute und Russlands Bürger (von diesen gibt es 100 000 in dieser Region). Diese Position wurde vor einer Woche von Modest Kolerow, Leiter des präsidialen Amtes für interregionale und Kulturbeziehungen mit dem Ausland, bestätigt.

    Der Vorsitzende des Obersten Rates Transnistriens, Grigori Marakuza, teilte mit, dass er bei der jüngsten Moskau-Reise Zusicherungen bekommen habe, Transnistrien werde Hilfe erwiesen, die 22 Millionen Dollar betragen könnte.

    Am Sonntag erklärte Kolerow in Moskau: Das Problem der Anerkennung der Souveränität der nicht anerkannten Republiken ist heute das wichtigste und das prinzipiellste, es muss gelöst werden." Dabei hat Moskau den auf Russland orientierten Regionen bereits mehrmals falsche Hoffnungen eingeflößt. So war es beispielsweise mit Adscharien der Fall. 2000 unterstützte Russland den moldauischen Präsidenten Vladimir Voronin, als dieser Transnistrien einen Wirtschaftskrieg erklärte. Hätte es nicht die Ukraine gegeben, die sich damals gegen eine Blockade des Territoriums, wo 200 000 Ukrainer leben, äußerte, wäre die Bevölkerung längst der Armut verfallen, schreibt die Zeitung.

    Heute ist aber die Situation anders. Mit dem Amtsantritt Viktor Juschtschenkos ist die Ukraine zum engsten Verbündeten Moldawiens geworden, während Russland als Feind gilt. Nun versucht die Ukraine, die Einwohner Transnistriens unter Druck zu setzen, damit sich diese mit Moldawien unter den Bedingungen versöhnen, die Moldawien passen, während Russland in der Rolle des Verteidigers der Interessen der Einwohner Transnistriens agiert. Für Transnistrien selbst scheint es egal zu sein, unter wessen Schirmherrschaft es kommen wird - der ukrainischen oder der russischen, Hauptsache, es wird nicht in Moldawien aufgelöst. In dieser Situation bleibt ihm nichts Anderes übrig, als dem Beschützer wieder zu glauben. In dieser Rolle tritt Russland nun auf.