02:34 20 Januar 2017
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    Pakistan sollte sich Russland aktiver zuwenden

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    ISLAMABAD, 4. Juli (RIA Nowosti). Pakistan sollte seine Beziehungen zu Russland aktiver entfalten, erklärte Sahabzada Yaqub-Khan in einem Interview mit RIA Nowosti. Ende der 70er war Yaqub-Khan Pakistans Botschafter in Moskau und in den 80er Jahren unter Präsident Zia-ul-Haq, als Islamabad die gegen die Sowjets kämpfenden afghanischen Modschahhedin unterstützte, pakistanischer Außenminister.

    "Jetzt, da das afghanische Problem schon lange bewältigt ist, darf nichts mehr unsere Verbindungen hemmen. Und diese werden immer besser. Meiner Meinung nach nicht schnell genug. Es gab zwar gegenseitige Besuche und es wurden Entscheidungen über eine Belebung der Kooperation getroffen, dennoch kann ich nicht sagen, dass diese Entscheidungen Realität geworden sind", sagte Yaqub-Khan.

    "Auf die Frage, wie er zu dem in Pakistan verbreiteten Standpunkt stehe, dass eine einflussreiche proindische Lobby in Moskau die Entwicklung der russisch-pakistanischen Kooperation hemme, antwortete Yaqub-Khan: "Das Verhältnis Russlands zu Indien ist tatsächlich eng und blickt auf eine langjährige Geschichte zurück. Aber ich möchte fragen, was tat Islamabad, um seine Kontakte mit Russland zu beleben? Ich glaube nicht, dass sich Pakistan für die Verbesserung der Beziehungen mit Moskau stark gemacht hat."

    "Beide Seiten müssen sich darüber Gedanken machen, was wir für eine Aktivierung unserer Beziehungen tun können, ohne dabei jemanden zu beeinträchtigen. Diese Beziehungen bringen ja allen Nutzen", fügte er hinzu.

    "Russland durchläuft eine wichtige und schwierige Transformation, so dass jede Unterstützung, ein guter Wille, die in dieser Periode gezeigt werden, von Moskau sicher nicht vergessen würden", äußerte der pakistanische Ex-Außenminister.

    In der Geschichte Islamabads und Moskaus gab es auch gute Momente, sagte er weiter. "Zum Beispiel wurde das Hüttenwerk Karachi mit sowjetischer Hilfe errichtet. Wir lieferten in der kommunistischen Zeit viele Textilien an die Sowjetunion. Gute Verbindungen bestanden im Bildungswesen. Nun müssen wir weitergehen", urteilte Yaqub-Khan. "In unseren Beziehungen gab es auch schwierige Etappen. Wir wollen aber lieber die Vergangenheit in der Vergangenheit belassen".