07:41 24 Oktober 2017
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    Astrologie contra Astronomie: Klage gegen die NASA eingereicht

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    MOSKAU, 05. Juli (RIA Nowosti). Der moderne Mensch bekam die einzigartige Chance, sich sogar ohne eine Zeitmaschine in das Mittelalter versetzen zu lassen: Im 21. Jahrhundert verklagt eine Astrologin die Astronauten. Das Moskauer Presnenskij-Gericht nahm die Klage der Astrologin, Marina Bai, gegen die Nationale Luft- und Raumfahrtagentur der USA auf Unterlassung der "Bombardierung des Kometen Tempel-1" zur Verhandlung an.

    Wenn man berücksichtigt, dass die NASA schon ein tüchtiges Loch in den Kometen geschlagen und ihn, wohl um 10 Zentimeter aus seiner Umlaufbahn geworfen hat, wodurch das ganze Universum ins Schaudern geriet und sich sein ganzes Energiefeld auf ewig veränderte, dann wird die Sternendeuterin von der NASA vermutlich mit Nachdruck Wiedergutmachung fordern. Und sie, die Abfindung, wird mit 8,708 Milliarden Rubel nicht gerade billig.

    Teils kann man die Astrologin sogar verstehen: Von nun an werden ihre Prognosen an Ungenauigkeiten leiden. Und alles nur deshalb, weil die amerikanischen, ja, im Übrigen sogar die russischen Wissenschaftler, die an dem grandiosen Projekt beteiligt waren, auf - Marina Bais Anwalt wörtlich - "das System der geistigen und vitalen Werte sowie auch auf das natürliche Leben des Weltalls einen Anschlag verübten, was die natürlichen Kräfte aus dem unverfälschten Kräftegleichgewicht des Universums brachten".

    Bislang steht einzig in den Sternen geschrieben, wie groß die Chancen der Hellseherin bei Gericht sind, doch das Rechtsbewusstsein in Russland bekam ganz offensichtlich einen - galaktischen gar? - Anstoß. Schließlich geht es nicht um eine entwendete Geldbörse, sondern um die Verteidigung des Universums.

    Und was wird aus den Kosmosforschungen überhaupt, wenn das Gericht sich auf die Seite der Sternendeuterin schlägt? Es ist allerdings nicht ganz einsichtig, warum Frau Bai jetzt erst von Sorgen erfasst wird, denn es ist doch nicht auszuschließen, dass jeder Kosmosstart "das System der geistigen und vitalen Werte" unseres Universums beeinflusst.

    Auf jeden Fall sollten alle Liebhaber von Sternenzeichen vorgewarnt sein. Von nun an muss jedes Horoskop, welches er liest, mit gewissen Korrekturen verarbeitet werden: entweder mit einer Abweichung von 10 Zentimetern nach links oder 10 Zentimetern nach rechts. Dabei gibt es auch nichts zu lachen. 10 Zentimeter Glück oder Unglück sind schließlich keine Kleinigkeit.

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