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    EES Rossii ruft zum Abbau des Brennstoffverbrauchs auf

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    MOSKAU, 5. Juli (RIA Nowosti). In den nächsten 30 bis 40 Jahren stehe Russland vor der Aufgabe, seinen Brennstoffverbrauch zu reduzieren, erklärte Andrej Gorkow, Generaldirektor des Energie- und Kohlenstofffonds des russischen Stromkonzerns EES Rossii, in einem Interview für RIA Nowosti im Vorfeld des G8-Summit.

    Die Staats- und Regierungschefs der G8 treffen sich am 6. bis 8. August im Gleneagles Hotel in Schottland. Für den 7. Juli ist eine Arbeitstagung der G8 zu Fragen der Weltwirtschaft und zu Problemen des Klimawandels geplant.

    "Die Russische Föderation und die anderen Industriestaaten werden in 30 bis 40 Jahren ihren Brennstoffverbrauch verringern müssen", äußerte Gorkow.

    Seiner Meinung nach müsse sich Russland der Vereinbarung anschließen, die nach Ablauf des Kyoto-Protokolls 2012 getroffen wird.

    "Die Stabilisierung der Emissionen auf dem Stand von 1990 bedeutet für Russland eine Erhöhung der Stromerzeugung um 30 Prozent ohne Steigerung des Brennstoffverbrauchs", sagte er weiter.

    Das Kyoto-Protokoll, das die Energieeffizienz der Produktion steigern soll, birgt dem Experten zufolge "keine großen Gefahren für Russland" in sich, "weil die Brennstoffreserven beschränkt sind".

    Das Protokoll von Kyoto zur Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen ist seit dem 16. Februar 2005 in Kraft. Es war 1997 auf einem Gipfel unter der Ägide der UNO unterzeichnet worden. Die Vertragsstaaten verpflichteten sich, ihre Emissionen bis zum Jahre 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.

    Die Stimme Russlands, auf das 17,4 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen entfallen, war entscheidend für das Inkrafttreten des Protokolls. Das Gesetz über die Ratifizierung des Protokolls wurde am 22. Oktober von der Staatsduma verabschiedet und am 27. Oktober 2004 vom Föderationsrat gebilligt. Der russische Präsident unterzeichnete es am 5. November 2004.

    Davor war das Protokoll von 124 Staaten ratifiziert worden, die zusammengerechnet 44,2 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Emissionen verursachen. Einige Staaten, wie die USA haben das Protokoll zwar unterzeichnet, dann aber angekündigt, es nicht zu ratifizieren.

    Nach Maßgabe des Protokolls dürfen die Länder, deren aktuelle Emissionen unter denen von 1990 liegen, "Verschmutzungsrechte" an andere Industrieländer verkaufen, deren CO2-Ausstöße den vereinbarten Grenzwert übersteigen.