17:55 23 Januar 2017
Radio
    Politik

    Experte: Kyotoprotokoll als Test für die Mechanismen der internationalen Zusammenarbeit

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    MOSKAU, 05. Juli (RIA Nowosti). Das Kyotoprotokoll ist ein Test für die Mechanismen der internationalen Zusammenarbeit und keine Maßnahme gegen die globale Klimaveränderung. Diese Meinung äußerte Viktor Danilow-Daniljan, Direktor des Institutes für Wasserprobleme und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften, in einem Interview für RIA Nowosti vor dem G8-Summit.

    Der G8-Summit findet vom 06. bis 08. Juli im Hotel Gleneagles in Schottland statt. Am 07. Juli wird die G8 in einer Morgensession die Weltwirtschaft und die Probleme der Klimaveränderung behandeln.

    Das Protokoll diene für die Erprobung der Mechanismen der internationalen Zusammenarbeit, durch die in vielen Jahrzehnten das Ziel der Rahmenkonvention der UNO zur Klimaveränderung erreicht werden solle, und zwar die Stabilisierung der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem sicheren Niveau, so Danilow-Daniljan.

    Laut dem Wissenschaftler sei das Kyotoprotokoll trotz des offensichtlichen Zusammenhangs zwischen den Treibhausgas-Emissionen und der globalen Klimaveränderung für keine beträchtliche Einwirkung auf das Klimasystem bestimmt.

    "Das ist eine Art Pilotprojekt. Es ist ein Testmechanismus zur Entwicklung von Formen der Zusammenarbeit", bemerkte Danilow-Daniljan.

    Auf die Frage nach der Bedeutung der USA bei der Reduzierung der Kohlenstoffemissionen antwortete der Wissenschaftler: "Amerika gibt zu, dass das Klima sich weltweit verändert und der Mensch in großem Maße die Schuld daran trägt."

    Er bemerkte, dass in Amerika ein internes Programm durchgeführt wird, laut dem die Emissionen bis 2012 um 4,5 Prozent reduziert werden sollen.

    Laut Danilow-Daniljan seien die USA mit der Sieben-Prozent-Rate unzufrieden, die das Kyotoprotokoll zur Reduzierung der Emissionen verordnet.

    Der Wissenschaftler meint auch, dass sich am nächsten Protokoll auch die Entwicklungsländer beteiligen sollten.

    "Niemand bezweifelt, dass sie in der Zeit nach Kyoto, ab 2013, wenn die neue Vereinbarung in Kraft tritt, Pflichten auf sich nehmen", sagte er und bemerkte, dass Argentinien und Kasachstan schon heute zur Reduzierung der Emissionen bereit seien.

    Danilow-Daniljan sagt eine verminderte Nachfrage nach Kohlenwasserstoffen voraus.

    "Die Kohlenwasserstoff-Vorräte in Russland sind nicht unendlich. Und ich glaube, uns droht eine fallende Nachfrage danach, weil die Energie wirksamer genutzt wird und alternative Energiequellen eingeführt werden", sagte er.

    Dabei meint der Wissenschaftler, dass Russland eine bedeutende Rolle bei der Deckung des globalen Kohlenwasserstoffbedarfs spielen wird.

    "Bei einer vernünftigen Wirtschaftsführung wird das dem Lande erlauben, die dabei gewonnenen Mittel für den Übergang zum postindustriellen Entwicklungsstand zu verwenden", bemerkte Danilow-Daniljan.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren