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    UNO appelliert an die kasachischen Behörden: usbekischen Bürgerrechtler nicht an Usbekistan ausliefern

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    GENF‚ 05. Juli (RIA Nowosti). Das UN-Flüchtlingshilfswerk ruft die Behörden Kasachstans auf, den in Alma-Ata verhafteten Bürgerrechtler Lutfullo Schamsudinow nicht an Usbekistan auszuliefern. Das teilte der Sprecher des Amtes, Ron Redmond, am Dienstag bei einem Pressegespräch in Genf mit.

    Laut Redmond ist die Behörde über das Schicksal des usbekischen Bürgerrechtlers "äußerst besorgt", der am 4. Juli von der kasachischen Polizei auf einen usbekischen Auslieferungsantrag hin verhaftet wurde.

    Schamsudinow und seine Familienangehörigen hatten nach den Massenunruhen vom 13. Mai dieses Jahres im usbekischen Andischan um Asyl in Kasachstan ersucht.

    Das Amt des UN-Flüchtlingskommissars verlieh Schamsudinow und seinen sechs Familienangehörigen am 24. Juni den Flüchtlingsstatus. Laut Redmond hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk ein drittes Land gebeten, die Familie auf seinem Territorium zu empfangen, und bekam schon eine prinzipielle Zustimmung der Regierung dieses Landes.

    Das UN-Flüchtlingshilfswerk sucht weiterhin nach Ländern, die bereit sind, rund 450 Bürger Usbekistans aufzunehmen, die nach den Ereignissen in Andischan um Asyl im benachbarten Kirgisien ersucht hatten. Am vergangenen Freitag wurde in Genf ein dringendes Treffen mit Vertretern verschiedener Staaten durchgeführt, bei dem die Frage einer möglichen Umsiedlung der Menschen erörtert wurde.

    Einige Länder hätten sich schon bereit erklärt, diese Bürger aufzunehmen, aber er könne diese Länder noch nicht nennen, sagte der Sprecher.

    Das Flüchtlingshilfswerk ruft Kirgisien auf, eine Gruppe aus 29 Usbeken, die in einem Flüchtlingslager verhaftet wurden und sich derzeit in der kirgisischen Stadt Osch in Haft befinden, nicht an Usbekistan auszuliefern. Die Behörde befürchtet, dass diese Menschen noch vor der Klärung ihres rechtlichen Status gewaltsam nach Usbekistan gebracht werden könnten, wo sie als Verbrecher gelten.

    Der Präsident von Usbekistan, Islam Karimow, erklärte in der vergangenen Woche, dass sich die Organisatoren der Unruhen vom 13. Mai in Andischan in Kirgisien verborgen halten.

    Während der Unruhen in der 300 000 Einwohner zählenden Stadt Andischan wurden nach offiziellen Angaben 179 Menschen getötet. Laut unabhängigen Quellen handelt es sich um mehr als 1 000 Tote.

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